Mühlenverband Rheinland
Willkommen beim Rheinischen Mühlenverband e. V.

Infoartikel



   Die Dülkener Narrenmühle ist wieder da

Die Dülkener Narren freuen sich über die Rückkehr ihres Domizils. Nachdem der berühmte Zahn der Zeit mit Schädlingsbefall und Fäulnis im Balkenwerk die Standfestigkeit der Mühlenkonstruktion beeinträchtigt hatte, war 2020 eine intensive Restaurierung notwendig. Die 1809 erbaute Bockwindmühle, eine von vier verbliebenen dieses alten Mühlentyps im Rheinland, ging bis 1906 ihrer Bestimmung nach, dann wurde sie von der Stadt übernommen und 1912 zur Einrichtung eines Museums komplett angehoben und mit einem 1,80 m hohen Klinker-Rundbau untermauert. 1937 durfte die Narrenakademie hier einziehen und kümmert sich seitdem ganz ernsthaft um den Erhalt der Mühle.

Nach intensiver Begutachtung war jetzt für das Fortbestehen der Mühle eine Total-Sanierung notwendig, für die der gesamte Mühlenkörper im Frühjahr demontiert und zu einer Mühlenbauwerkstatt in den Niederlanden gebracht wurde. Die schadhaften Teile sind nach holländischem Prinzip, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten, denkmalgerecht repariert und im Oktober wieder auf dem Sockelbau an Ort und Stelle zusammengefügt worden.


Die Seitenteile werden an dem quer auf dem Hausbaum ruhenden Hammerbalken befestigt.

Der Kran hängt die Flügelwelle mit Kammrad und gusseisernem Achskopf ein.

 

Eine ausführliche Dokumentation der Restaurierungsarbeiten wird auf der Webseite der „Berittenen Akademie der Künste und Wissenschaften“ präsentiert:

►  https://www.die-narrenmuehle.de/

Der Aufbau ist soweit abgeschlossen, Einrichtung und Gestaltung des Inneren werden sich noch über den Winter hinziehen. Die Eröffnung des Museums ist für den 02. Mai 2021 angekündigt. Bis dahin kann dann auch „Die erleuchtete Mondsuniversität“ wieder ihren „Großen Weisheitssaal“ beziehen, allerdings ist der Weg zur Weisheit (über den Treppenaufgang) deutlich länger geworden – Bauvorschrift!!!

Der tief verwurzelte Sinn für Humor der Dülkener kam kürzlich jahreszeitlich bedingt wieder in Erinnerung. Ein den Dülkenern zugeschriebenes Müllerlied, das in abgewandelter Textform vielen Rheinländern zu St. Martin begegnet, listet nicht nur die Produktpalette der früheren Müller zur Bauzeit der Mühle auf, sondern, macht sich auch versteckt über die französische Besatzungsmacht lustig, die immerhin auch dem Müller die Gewerbefreiheit einbrachte. Das nachfolgende Lied samt Übersetzung und Kommentaren wurde freundlicherweise vom Krefelder Mundart-Experten Heinz Webers zur Verfügung gestellt:

Loop, Möller loop!

Sägg, Jong halt mech dat Peärd ans an,
loop, Möller loop!
Ech mott ens en de Möhle jo-en,
loop, Möller loop!
:/ Wie du löps, wie du löps,
Follemente möt de Schöpp,
Schopp on Schür üeverhuop,
loop, Möller loop!/:

He-i breng ech dech ´ne Haversack –
dä solls dou mech ens mahle strack –

On Koren häbb ech och jebreit –
dat hat ihr mech joe letz jeseit –

Kiek he, däm Bockert mahl mar fien –
Dä Bockertskock soll lecker sien –   

Dä Weet, dä loeg all lang parat –
hä wor bes jetz joe noch te schaad –

No molter mech mar net te strang –
dat ech dech rek´mandiere kann –

Traditionelles Martinslied,

Lauf, Müller, lauf!

Sag Junge, halt mir das Pferd einmal an,
lauf, Müller, lauf!
Ich muss einmal zur Mühle gehen,
lauf, Müller, lauf!
Wie du läufst, wie du läufst,
ganz verrückt mit der Schaufel,
Schuppen und Scheune überhauf,
lauf, Müller, lauf!

Hier bring ich dir ´nen Hafersack –
den sollst du mir mal mahlen schnell –

Und Roggen hab´ ich auch gebracht –
das hast du mir zuletzt gesagt –

Schau her, den Buchweizen mahl´ mal fein –
der Buchweizenkuchen soll lecker sein –

Der Weizen, der lag schon lange parat –
er war bis jetzt ja noch zu schad´ –

Nun miss nur nicht zu streng –
dass ich dich weiter empfehlen kann –   

Übersetzung Heinz Webers

 Gedanken zum Lied „Loop, Möller, loop!“ 

Das zu Sankt Martin (11. November) gern gesungene Lied hat wohl seinen Ursprung in der Landwirtschaft. Der Martinstag galt allgemein als Abschluss des bäuerlichen Jahres. Stichworte: Pachtzahlung, Entlassung des Gesindes und der Erntehelfer, Erntedank.

Am Martinstag fuhren die Bauern zur Mühle, um einen Teil ihrer Ernte mahlen zu lassen. Im um 1800 in Dülken entstandenen Lied (der Niederrhein war französisches Territorium) spricht ja jede Strophe von einer anderen Getreideart: Haver (Hafer), Kore (Roggen), Bockert (Buchweizen), Weet (Weizen). Dazu einige Erläuterungen: „Follement“ heißt auf französisch so viel wie vollends verrückt. Der Müller war wohl im Spätherbst im Stress, er musste sich bei dem großen Zulauf der Bauern geradezu überschlagen. „Möt de Schöpp“ muss wohl richtig heißen „möt de Schepp“. Denn es ist die (hölzerne) kurzstielige Mehl- und Kornschaufel gemeint. Sie wurde zum „Moltern“, der Entnahme des Mahlgutes, eingesetzt. Der Begriff geht auf das alte Getreidemaß Malter zurück. „No molter mech“ bedeutet denn auch Maßnehmen. Und dass es zwischen Bauer und Müller darüber oft zu Streitigkeiten kam, darf getrost angenommen werden. Also ist diese Strophe (oder sogar das ganze Lied?) als Spott auf den Müller (und wohl auch die Franzosen) gemeint. „Rek´mandiere“ endlich bedeutet so viel wie empfehlen.

Erst viel später wurde der Martinstag zum Fest der Kinder. Und mancher nimmt sogar an, dass die Martinstüte auf die früher üblichen Abschiedsgeschenke für die Tagelöhner zurückgeht.

Heinz Webers, Krefeld 
(heinz.webers[at]gmx.de)  ►  http://www.krieewelsch.de/

Auch wenn in der Mühle ohne Müller nichts läuft, so wird doch in Dülken weder Müller noch Mühle laufen, aber es ist erfreulich, dass die Mühle wieder steht und hell im Mondlicht glänzt.


 

   Denkmal für den Mühlenesel


Man trifft ihn nur noch selten, und nicht immer lebte der Esel so unbeschwert wie hier bei der Ölmühle in Solingen im Bergischen Land (nördlich der Haasenmühle), wo schon längst kein Öl mehr geschlagen wird. Im 19. Jh. wurde die Mühle zum Schleifkotten umge­rüstet. Aber früher, wenn er nicht gerade Religionsstifter zu wichtigen Terminen oder Touristen auf den Drachenfels brachte oder gar mit gemischter Band in norddeutschen Hansestädten auftrat, dann wurde er meist in der Mühle gebraucht, der Esel, oder für den Transport des Mahlgutes, fast überall, wo es Mühlen gab.


     Aus dem Ständebuch von
     Jost Amman, 1568


        Häufig musste der Esel in Göpelmühlen blind im
        Kreis herum laufen, wie hier in China um 1909.

(Ansichtskarte aus Tsingtau)



Oder er wurde gar in ein „Hamsterrad“
gesperrt, wie hier am Brunnen in
Carisbrooke Castle, Isle of Wight.

   (Ansichtskarte von 1910)


Hier in Makedonien 1918 schöpft man den
Verdacht, dass der Esel vorn, wie so oft im Krieg,
mit dem Hintergrund nichts zu tun hat.

(Dt. Feldpostkarte eines französischen Soldaten)


Aber eigentlich können wir diese beiden wässerigen Beispiele nicht dem Mühlenwesen zuordnen.


 

Der Hausesel (Equus asinus asinus), wozu auch der Mühlen­esel zählt, ist weltweit verbreitet, wenn auch auf den berühmten Liebigs Sammelbildchen eine kulturelle Zuordnung nach Europa suggeriert wird.


Gerade in Anbindung an die europäische Mühlentechnologie sind uns Konflikte zwischen dieser und der Tierhaltung und -Nutzung spätestens seit 1864  durch Wilhelm Busch deutlich geworden
(Der Bauer und der Windmüller).



In neuerer Zeit kam man mancherorts auf die Idee, dem Mühlenesel für seine jahrhundertelange Plackerei mit dicken Säcken ein Denkmal zu setzen, und so bewacht er z. B. seit Jahrzehnten, vom Bildhauer und Mühlenbewohner Helmut Moos († 2017) entworfen und dann in Bronze gegossen, bei der Geismühle in Krefeld ausge­rechnet den Eingang zur Autobahn-Raststätte.




Ein gleichartiges Denkmal hat man im Bonner Stadtteil Duisdorf auf dem Marktplatz errichtet. Dort sollen einst die Esel das Getreide täglich derart pünktlich zur Wasser- mühle in Lessenich getragen haben, dass die Bauern auf dem Feld danach ihre Mittagspause einrichteten.


            ©  Foto Gert Schorn

 


Dass der Mühlenesel sich auch bei unseren Mitgliedsvereinen großer Wertschätzung erfreut, zeigt uns das Beispiel vom Mühlentag 2019 bei
‘Pro Obere Mühle Meckenheim e.V.’

https://meckenheimer-muehle.de/



Der Esel (links) wird respektvoll präsentiert von Christian Westphal.



 


Das Dorf Mühlhausen (Grefrath) blickt auf eine lange Mühlengeschichte zurück. Bereits im 14. Jh. ist die kurfürstliche Mühle beurkundet, die zur Ortsent­stehung führte. Der Heimat­verein Oedt e. V. hat 2000 mit Aufstellung einer Bronze­skulptur dieser Tradition gedacht. Der Bildhauer Michael Franke aus Erkelenz hat dabei eine gute Portion rheinischen Humor zwischen Müller und Esel gestellt.


Unsere kleine Auswahl ist natürlich keineswegs vollständig. Vermutlich kann man auch noch an anderen Mühlenstandorten unserer Region Esel finden.


Zum Schluss sei an eine literarische Erkenntnis von Gottfried August Bürger (1747 - 1794) erinnert, der im Übrigen besonders durch seine Fassung der Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen bekannt ist.



Die Esel und die Nachtigallen

Es gibt der Esel, welche wollen,
Daß Nachtigallen hin und her
Des Müllers Säcke tragen sollen.
Ob recht, fällt mir zu sagen schwer.
Das weiß ich: Nachtigallen wollen
Nicht, daß die Esel singen sollen.


(Scherenschnitt von Lotte Nicklass)



   Berlin statt Wegberg  –  Josef Jörissen beim Bundespräsidenten

Nur wenige Argumente werden akzeptiert, wenn ein Vorstandsmitglied des Rheinischen Mühlen­­verbandes einen Sitzungstermin absagt. Unser langjähriger Mitarbeiter und früherer Geschäftsführer Josef Jörissen hatte im März dieses Jahres ein gutes Argument gefunden; eine Terminüberschneidung ergab sich durch eine Einladung des Bundespräsidenten nach Berlin. Er war dort nicht aufgrund seiner Tätigkeit beim Mühlenverband vorstellig sondern wegen seines vielfältigen und großen heimatkundlichen Engagements. Sein Heimatort Louisendorf im Kreis Kleve nimmt seit 1984 regelmäßig am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil und hat in diesem Jahr eine Bronze-Medaille für diese Initiative erhalten. Die Preisträger dieses Wettbewerbes des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind vom Bundespräsidenten als Schirmherr nach Schloss Bellevue eingeladen worden, je Dorf zwei Delegierte. Auf diese Weise würdigte der Bundespräsident das herausragende bürgerschaftliche Engagement der teilnehmenden Dörfer. Bundesministerin Klöckner lobte den Einfallsreichtum der ländlichen Bevölkerung und hob die besondere Leistung der ehren­amtlichen Tätigkeit hervor. Der Bundespräsident freute sich über die ihm überreichten Chronik- und Heimatbücher aus dem Kreis Kleve, Bedburg-Hau und Louisendorf.

Von links: Julia Klöckner, Josef Jörissen, Frank-Walter Steinmeier, Heinz Minor
Foto:BMEL/Phototek/Trutschel

Auch der Rheinische Mühlenverband gratuliert zu dem Erfolg. Dass die angesetzte Vor­stands­­­sitzung neben der gleichzeitig geplanten Jahreshauptversammlung in Wegberg wegen der regionalen Corona-Situation abgesagt werden musste, steht auf einem anderen Blatt.


  

   Motivreihe Mühlen auf Briefmarken

Da bedarf es erst der Anfrage eines Briefmarkensammlers aus Brasilien an die DGM, um uns Mühlenfreunden in Erinnerung zu bringen, welch kunstvolle Präsentation des Mühlen­wesens in Deutschland nicht nur dem Philatelisten Freude bereitet. Im Jahr 1997 brachte die Deutsche Post AG eine Wohlfahrtsmarken-Serie heraus mit 5 Abbildungen deutscher Mühlen. Die Motive wurden entworfen von dem Kupferstecher und Buch-Grafiker Otto Rohse, der 2016 im Alter von 90 Jahren verstarb. Neben zahlreichen Buchillustrationen hat O. Rohse auch Dutzende von Entwürfen für Briefmarken gestaltet, meist architektonische oder Stadtmotive, von denen 60 in Serie gingen (► https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rohse).


 

Die Rankmühle bei St. Märgen (nach einer Ansichtskarte von 1978) vermittelt als Schwarzwaldmühle den Inbegriff der Mühlenromantik. Seit römischer Zeit erleichterten Wasser­mühlen das Zerkleinern der Getreide­früchte. Sie sind besonders im Mittelgebirge verbreitet, wo das Gefälle eine gute Energie-Ausbeute erbringt. Die Rankmühle stammt als Hofmühle aus dem Jahr 1736 und wurde auch zu Wohnzwecken benutzt. Seit 2018 kümmert sich ein neu gegründeter Förderverein um das Wohl der Mühle (► http://rankmuehle-st-maergen.de/)



Ein weiteres Wasser-mühlen-Motiv liegt im hessischen Bergland, die Steinmühle in Ottrau-Schorbach im Schwalm-Eder-Kreis. Sie besteht seit dem 16. Jh. und wurde 1880 um eine Sägemühle mit eigenem Wasserrad erweitert. Ein Förderverein betreibt die Mühe als museale Ein­richtung und Für Veran­staltungen. (► http://muehlenmuseum-steinmuehle.de/) Als Vorlage zur Briefmarke diente offenbar ein Foto von August Gandert, das wir mit freundlicher Genehmigung des Erich-Röth-Verlages (► http://erich-roeth-verlag.com/) dem Buch „Romantik und Wirklichkeit der alten Mühlen“ von Richard Wittich, 1977, entnommen haben.




Die Bockwindmühle, hier am Niederrhein, stellt die älteste Form der europäischen Windmühle dar. Sie entstand Ende 12. Jh. und musste von Hand an langem Steert-Balken in den Wind gedreht werden, wobei der gesamte auf einer Pfahlkonstruktion ruhende Mühlenkasten bewegt werden musste. Die segel­bespannten Flügel brauchten natürlich baumfreies Umfeld zum Arbeiten, was hier im LVR-Freilicht-Museum Kommern (►http://www.kommern.lvr.de/) nicht unbedingt erforderlich ist. Diese Bock­windmühle wurde ursprünglich 1711 in Titz bei Spiel im Kreis Düren errichtet. 1959 wurde sie abgebaut und ins Museum transloziert. Die Bockmühlen waren früher im ganzen nordeuro­päischen Raum verbreitet. Im Rheinland existieren heute neben der vorgenannten noch 3 weitere: Die private Düppelsmühle in Titz-Spiel, die nach Sturmschaden 2016 komplett renoviert wurde, die Bockwindmühle in Kempen-Tönisberg und die Narrenmühle in Viersen-Dülken, die zur Zeit zur Überholung demontiert ist und auf den Wiederaufbau im Herbst 2020 wartet.



Eine bemerkenswerte Weiterentwicklung erfuhr die Mühlentechnik Anfang 15. Jh. mit Erfindung der drehbaren Mühlenkappe (sog. Holländermühle). Hier wird nur noch die flügeltragende Kappe in den Wind gedreht, anfangs noch von Hand, ab der 2. Hälfte 18. Jh. automatisch mit Windrose, die auf dem Foto von 1976 leider defekt ist. Weitere Erleichterung schafften die im selben Zeitraum entwickelten Jalousie-Flügel, die per Seilzug zentral der Wind­stärke angepasst werden konnten.

Die Form der Kappenwindmühle erlaubt einen geräumigen festen Unterbau mit mehreren Stockwerken, wobei die Segel- und Kappen-Bedienung dann von einer umlaufenden Galerie erfolgt. Der dargestellte Galerieholländer steht in Eddelak in Dithmarschen und wurde 1865 als Ersatz für eine Bockmühle gebaut. Auch diese Mühle wird heute von einem Mühlenverein betreut (►http://www.muehle-eddelak.de/). Wie viele Mühlen trägt sie ihren Namen auf dem Windbrett an der Kappe: „Gott mit uns“.



Ein anderer Mühlentyp wurde aus der Bockmühle entwickelt, die Kokermühle, die zur Ent­wässerung Anfang 15. Jh. in Holland erfunden wurde. Dazu war es notwendig, die Energie mittig bis in das Bodenniveau zu führen, es konnte also keinen Drehpfahl wie bei der Bock­mühle geben. Da die gesamte Konstruktion aber mit geringem Gewicht gebaut werden konnte, schuf man einen pyramidenförmigen Unterbau, der oben mit einem rohrförmigen Köcher (Koker) das drehbare Oberteil trägt. Die Hebung des Wassers aus einem tiefen in einen höheren Kanal erfolgte mittels Wurfrad oder wie hier mit archimedischer Schraube. Solche Mühlen dienten reihenweise zur Entwässerung der Polder.

Die dargestellte Mühle steht in Honigfleth in der Wilstermarsch, wohin sie von dem ursprüng­lichen Standort bei Nortorf versetzt wurde. Auch um ihre Erhaltung als letzte ihrer Art in Schleswig-Holstein kümmert sich ein Förderverein, der etwas irreführend das Wort „Bockmühle“ im Namen trägt (►http://www.foerderverein-bockmuehle.de/). Auch im Rheinland gibt es eine einzige Kokermühle, in Geldern-Walbeck, die aber als Getreidemühle gebaut ist.




  Sommergruß des Rheinischen Mühlenverbandes

 

Wir wünschen allen Mühlenfreunden und -freundinnen eine schöne Sommer- und Ferienzeit!

 

Entdecken Sie die Mühlen in unserer Heimat oder dort, wohin Sie verreisen. Bewundern Sie aufs Neue, wie die Menschen die Kräfte der Natur genutzt haben und damit ihr Leben und ihre Umwelt geprägt haben.

Mühlen - ein Stück zu Hause.

Vor allem: Bleiben Sie gesund!




Reinhold Pillich                                           Lothar Esser

Vorsitzender                                                Geschäftsführer


 

  Goethe in Issum!

Bekanntermaßen hat die Corona-Epidemie 2020 bei Künstlern, Museen und diversen Veranstaltern zu erheblichen Einnahme-Einbußen geführt, dem kulturinteressierten Publikum ist in der jetzigen Zeit vieles verschlossen geblieben. Auch für unsere Mühlenbetreiber und Mühlenvereine trifft das natürlich zu, nicht zuletzt musste auch der Deutsche Mühlentag ohne entsprechende Mühlenbesuche bleiben. Doch Not macht erfinderisch, und so erreichte uns die Nachricht, dass Goethe nach Issum kommt. „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“



Doch wo liegt nun des Pudels Kern? Der Förderverein der Herrlichkeitsmühle in Issum hat sich wieder eine barrierefreie Besichtigung ausgedacht. Mit einer neuen Internet-Plattform www.museum-virtuell.de  soll das möglich werden:

Der bekannte Rezitator Andreas Grude wird am Samstag, 4. Juli 2020 für 90 Minuten in der Herrlichkeitsmühle in Issum Goethe lieben, leiden und leben lassen. Ein beschränkter Personenkreis wird die Abendveranstaltung gegen entsprechende Eintrittsgebühr in der Mühle erleben können. Aber ein weiterer Personenkreis kann gegen geringere Gebühr virtuell an der Veranstaltung teilnehmen.

Fragen beantwortet:  Jochen Porbeck, Telefon:02835 790227,
Mail:porbeck@herrlichkeitsmuehle.de

Weiter Informationen unter:  ►  www.herrlichkeitsmuehle.de



   Mühlengruß zu Pfingsten - Hostienmühlen

Erstmals finden am Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag keine Veranstaltungen statt. Dennoch wollen wir uns die Freude und Begeisterung für das Thema Mühlen nicht nehmen lassen. Was passt in die Zeit besser als Ausschau zu halten nach der Vielseitigkeit, die es rund um das Interessengebiet Mühlen zu entdecken gibt.

Wer im Internet bei Wikipedia den Suchbegriff „Hostienmühle“ eingibt, wird auf einen Beitrag stoßen, der die Hostienmühle (auch mystische Mühle, Mühlenallegorie) als eine „in der christlichen Ikonographie versinnbildlichte Darstellung der Transsubstantiation“ beschreibt. Es geht also um die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Weiter heißt es in dem Artikel „Dabei steht das Korn, das in die Mühle gegeben wird, symbolisch für das Wort Gottes. Die Mühle mahlt es zu Hostien, der eucharistischen Gestalt des Leibes Christi. Angetrieben wird die Hostienmühle von den Aposteln oder auch von Wasser, das in Beziehung zu den vier Flüssen des Paradieses (Gen 2,10 EU, Offb 22,1 EU) steht und damit ein Sinnbild der Taufe darstellt.“

Bücherfreunden sei das dort angeführte Werk von Harald Rye-Clausen: Die Hostienmühlenbilder im Lichte mittelalterlicher Frömmigkeit. Christiana, Stein am Rhein 1981 empfohlen, das antiquarisch noch erhältlich ist.

Allen Mühlenfreunden und –freundinnen wünschen wir ein frohes Pfingstfest. Bleiben Sie gesund! Glück zu!

                                                                                                       

  Reinhold Pillich

Vorsitzender 
                                            

Lothar Esser

Geschäftsführer


Pfarrkirche St. Lorenz in Nürnberg: Glasfenster (1481)   Foto: Wolfgang Sauber
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International



   Jahrestagung in Wegberg abgesagt

Liebe Mühlenfreunde,

aufgrund der aktuellen Entwicklung kann Ihnen der Vorstand bis auf weiteres  keinen neuen Termin  als Ersatz für die am 07. März 2020 ausgefallene Jahrestagung nennen.

Wir halten Sie auf den Laufenden. Eventuell fällt die diesjährige Jahrestagung aus, so dass die nächste Jahrestagung dann im kommenden Jahr in Wegberg stattfindet.

 Vorstand und Geschäftsstelle stehen wie bisher als Ansprechpartner für Fragen, Hinweise und Anregungen zur Verfügung.

 Wir wünschen Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit und freuen uns auf ein Wiedersehen zu einem späteren Zeitpunkt.

 Glück zu

 Ihre Geschäftsstelle"

 

 

   DGM-Jahrestagung in Bayern abgesagt

Die Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat mitgeteilt, dass aufgrund der aktuellen Corona-Situation in Absprache mit dem Bayerischen Landesverband die  Jahrestagung 2020 der DGM in Thierhaupten leider abgesagt  werden müsse. Selbst bei weitergehenden Lockerungen der Einschränkungen im öffentlichen Leben sehe man keine Möglichkeiten, unter Auflagen und mit selbst großem planerischen Aufwand den Zielen dieser Veranstaltung gerecht zu werden.

Da der Gesetzgeber im Bundesgesetzblatt vom März 2020 auch den Ausfall von satzungsmäßig vorgesehenen Jahresversammlungen von Vereinen in diesem Jahr legitimiert habe, hat die DGM sich entschlossen, die Jahrestagung 2020 komplett abzusagen und für  2021 wieder neu in Thierhaupten  anzusetzen. Die Verschiebung der nachfolgenden Jahrestagungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin-Brandenburg um jeweils ein jahr sei noch in Diskussion.

 



Wir wünschen allen Mühlenfreunden in der schwierigen Zeit

schöne Ostertage.  Bleiben Sie gesund!


Reinhold Pillich                                           Lothar Esser
        Vorsitzender                                                Geschäftsführer



Deutscher Mühlentag dieses Jahr abgesagt


Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!     Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!     Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!


Aufgrund der Maßnahmenempfehlungen der Bundesregierung hat die DGM die Veranstaltung des Deutschen Mühlentages 2020 abgesagt.

Ein entsprechendes Rundschreiben der DGM finden Sie hier: 

 ► Absage Deutscher Mühlentag


Wir bitten alle Mühlenfreunde um Verständnis.


Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!



 

 

 

Jahrestagung in Wegberg verschoben!    Jahrestagung in Wegberg verschoben!   Jahrestagung in Wegberg verschoben!

 

 

   Liebe Mühlenfreunde,

aus gegebener Veranlassung hat sich der Vorstand dazu entschlossen, die für den 07. März 2020 vorgesehene Jahrestagung 2020 abzusagen.
Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ausweislich der Tagesordnung stehen keine dringenden Beschlüsse an, die nicht vertagt werden könnten.
Wir bedauern die Kurzfristigkeit der Absage. Als neuer Termin ist der 16.05.2020, 11:00 Uhr, an gleicher Stelle in der Wegberger Mühle, vorgesehen. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Eine neue Einladung erhalten Sie rechtzeitig zugeschickt."

Die Mitglieder erhalten in Kürze ein separates Anschreiben.

 Glück zu

Ihre Geschäftsstelle

 Jahrestagung in Wegberg verschoben!    Jahrestagung in Wegberg verschoben!   Jahrestagung in Wegberg verschoben!


  Jahrestagung in Wegberg vorbereitet

Wichtiger Hinweis zur Jahrestagung - Anmeldung per Email:
Anmeldungen auf elektonischem Wege sind nur über folgende Mailadresse möglich: info@rheinischer-muehlenverband.de
Liebe Mühlenfreunde und -freundinnen, bitte achten Sie auf die Schreibweise.

Glück zu!
Ihre Geschäftsstelle

 Bei seinem letzten Treffen am 29.01.2020 in Wegberg hat der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes die kommende Jahrestagung am 07.03.2020 in der Mühlenstadt Wegberg vorbereitet. Die diesjährige Tagung wird in Kooperation mit der Mitgliedsstadt Wegberg durchgeführt, die ihre Wassermühle für die Versammlung zur Verfügung stellt. Die Schirmherrschaft übernimmt Landrat Stephan Pusch, früherer Vorsitzender des Verbandes.

Die Einladung mit Tagesordnung ist hier einsehbar:  ► Einladung Jahrestagung 2020

Die Mitglieder erhalten die Einladung mit den Tagungsunterlagen auf dem Postweg.

Lothar Esser, der als Geschäftsführer und Mitarbeiter der Stadt die Jahrestagung mitorganisiert, freut sich, dass er folgende Mühlen als Partner für das Nachmittagsprogramm gewinnen konnte:




Schrofmühle


Buschmühle



Schriefersmühle (jetzt mit Flügeln)




Tüschenbroicher Kornmühle

Nähere Hinweise werden mit der Einladung an alle Mitglieder verschickt.
Bereits jetzt sei darauf hingewiesen, dass Mühlenfreunde und –freundinnen auch gern schon vorher in die Mühlenstadt Wegberg anreisen und dort übernachten können. So besteht die Möglichkeit, sich die ein oder andere Mühle zusätzlich anzuschauen und abends in der Wegberger Gastronomie den Tag ausklingen zu lassen.
Ein Unterkunftsverzeichnis kann unter der Internetadresse https://heinsberger-land.de/ aufgerufen werden. Dort finden Sie oben auf der Seite den Eintrag „übernachten“.
Vorgesehen ist, dass der Geschäftsführer auch über Fördermöglichkeiten nach der Heimatförderung NRW berichten wird.
Der Rheinische Mühlenverband e.V. & die Stadt Wegberg freuen sich auf Sie – Glück zu!



   Von Mühlen im Raum Krefeld – Kempen

Beim Sturm „Thomas“ im Jahr 2017 hatte das Wahrzeichen der Thomas-Stadt Kempen, die Stadt­mühle am Hessenwall, ihre Flügel verloren. Wenn auch kein mühlentechnisches Inventar mehr vorhanden ist, so hat doch die Stadt das äußere Erscheinungsbild wieder herstellen lassen. Im Jahr 2019 hat eine niederländische Firma die Mühle mit widerstands­fähigen Stahlruten und Segelgattern versehen, so dass sich wieder ein stattlicher Anblick auf die Mühle aus dem 15. Jahrhundert am Stadtwall bietet.

Auch die Stadt Krefeld hat sich um die Pflege eines beliebten Ansichtskarten-Motives bemüht. Die Windmühle auf dem Egelsberg, deren untere Räumlichkeiten für Ausstellungs­zwecke genutzt werden, hatte massive Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk, die aufwändig saniert werden mussten. Im November 2019 konnte auch das renovierte Flügelkreuz durch die niederländischen Mühlenbauer wieder installiert werden.


Stadtmühle Kempen

 








Mühle auf dem Egelsberg

Weniger Sorgen um den eigenen Bauzustand als vielmehr um die geplanten Baumaß­nahmen in der Nachbarschaft machen sich derzeit die ehrenamtlichen Betreiber der als Autobahn­mühle bekannten Geismühle in Krefeld-Oppum. Von dem Rastplatz an der Autobahn A 57 sind es bisher nur ein paar Schritte, um die imposante und liebevoll restaurierte Mühle zu besuchen. Mit dem ab 2022 geplanten 6-spurigen Ausbau der Autobahn ist eine Verlegung des Rastplatzes auf die Ostseite mit Zufahrts­brücke projektiert. Die „Mühlenspechte“ vom Bauverein Geismühle hoffen trotzdem auch künftig auf neugierige Besucher zu ihren Führungen am 1. und 3. Samstag im Monat von Mai bis Oktober. Außerdem suchen sie – wie viele Vereine – dringend Nachwuchs, der sich mit der Bedienung eines Smartphones allein nicht ausgelastet fühlt.

Eher positiv wird den Ausbau der Autobahn die in nur 4 km Entfernung am Krefelder Hafen neu entstehende Castell-Mühle sehen. Dort wird zur Zeit die modernste Industriemühle Europas gebaut, die mit ca. 365.000 Jahrestonnen Getreide die gesamte Produktion der Ellmühle in Köln Deutz ab April 2020 übernehmen wird. Der Kölner Standort der Firma Goodmills Deutschland wird dann stillgelegt.


 Geismühle Krefeld-Oppum

 Castell-Mühle am Hafen Krefeld



 



 

  

   Mühlen-Inventar abzugeben

Aufgrund geplanter Umnutzung der Bruchhauser Mühle in Waldbröl sind dort etliche Teile des Mühleninventars sowie historische Gebrauchsgegenstände abzugeben.

Interessenten wenden sich bitte an nelliwotzke@gmail.com , um weitere Informationen zu erhalten.


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   Vorweihnachtsmarkt an der Lambertsmühle

Die Lambertsmühle in Burscheid hat uns gebeten, auf folgendes Ereignis hinzuweisen:

http://lambertsmühle-burscheid.de


►  Flyer zum 8. Vorweihnachtsmarkt


 

      Wichtiger Hinweis zur Heimatförderung –
      RMV-Vorstandssitzung in der Molzmühle

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes traf sich am 26. Juni 2019 zu einer turnusmäßigen Sitzung in der Molzmühle am Verbandssitz in Wegberg. Die Vorstandsmitglieder wurden von Hausherrin Brigitte Hoyer herzlich begrüßt, die sich mit großem Engagement der Pflege und Erhaltung des Mühlenerbes in ihrem gastronomischen Betrieb widmet und am 03. August  wieder zum Mühlenfest einlädt.

Ein Besprechungs-Thema der Sitzung war die Heimatförderung in Nordrhein-Westfalen, die vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes bereitgestellt wird. Auf dessen Internetseite finden (nicht nur) Mühlenfreunde wertvolle Hinweise zur Heimatförderung unter:

►    https://www.mhkbg.nrw/themen/heimat/foerderprogramm-heimat-zukunft-nordrhein-westfalen-wir-foerdern-was-menschen

Einer der Säulen des Programmes ist der Heimat-Scheck. Hier fördert die Landesregierung jährlich 1.000 Projekte mit jeweils 2.000 Euro. Gefördert werden können Maßnahmen, die sich mit dem Thema Heimat und Heimatgeschichte im Zusammenhang mit lokalen und regionalen Inhalten befassen. Förderungswürdig sind Publikationen, Veranstaltungen, Ausstellungen, Anschaffung und Instandsetzung von Ausstellungsmobiliar, Technik zur Präsentation von Heimatgeschichte, die Entwicklung und Umsetzung neuer Darstellungs­formen sowie Wegweiser und Informations-Tafeln. Die vorangegangene Aufzählung soll beispielhaft sein. Für eine Förderung kommen auch andere Maßnahmen in Betracht, sofern sie geeignet sind, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern, ohne dabei andere auszugrenzen.

Der Vorstand besprach u.a. auch die Planung der kommenden Jahrestagung am 07. März 2020 in der Mühlenstadt Wegberg. Ausrichterin ist die Stadt Wegberg mit ihrer Wassermühle in der Innenstadt. Für das Nachmittagsprogramm möchte die Stadt auch andere Mühlen im Stadtgebiet mit einbinden.

Historischer Kollergang im
Gastraum der Molzmühle





      700 Jahre Hohe Mühle Uedem

Als eine der ältesten Turmwindmühlen im Rheinland feiert die Hohe Mühle in Uedem 2019 ein seltenes Jubiläum und zieht Mühlen- und Heimatfreunde aus nah und fern an, wie die rege Teilnahme am Festakt am 05. Mai auf dem Katzenberg belegt.

Ihre erste urkundliche Erwähnung erfuhr die Mühle 1319 als kurkölnisches Lehen im Besitz des Herrn von Veen, der sein Recht aber bald an den Grafen von Kleve abtrat. Die Mühle war auf dem Berg 1 km östlich vor der Stadt errichtet worden, wo sie besonders gut den Wind anzog, und da sie eine herrschaftliche Mühle war, zog sie auch zwangsweise die Mahlkundschaft aus Uedem durch das Mühlentor heran. Das tat sie, auch nach Aufhebung des Mühlenbannes, noch bis ca. 1928, dann stellte sie den Betrieb ein. Hohe Ehre zog sie von 1933 bis 1985 auf sich und die im Krieg Gefallenen als Ehrenmal, aber leider wirkte sie im II. Weltkrieg als exponierter Beobachtungspunkt auch wie ein Magnet auf Bomben und Granaten. Seit den 80er Jahren kümmert sich der Heimat- und Verkehrsverein Uedem e.V. um die Mühle als Begegnungsstätte und nunmehr zieht sie interessierte Besucher in das Heimat- und Schustermuseum und seit ein paar Jahren zieht sie auch Brautpaare zur Trauung in ihren Bann (eine moderne Form des Mühlenbanns).

© www. kraejen.de

Nach heftigem Hagelschauer schien zum Festakt dann die Sonne und Bürgermeister Rainer Weber konnte im Freien unter einem Zeltdach vor der Mühle die zahlreichen Gäste begrüßen und in seiner Ansprache besonderen Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer richten, die den laufenden Betrieb an der Mühle gewährleisten und an jene, die das Fest vorbereitet und gut organisiert hatten. Der Vorsitzende des Rheinischen Mühlenverbandes Reinhold Pillich, der mit mehreren Damen und Herren aus dem Vorstand des Verbandes der Einladung gefolgt war, sprach in einem Grußwort seine Glückwünsche aus und hob auch das große Engagement der Gemeinde Uedem für die Erhaltung und Pflege dieses alten Kulturden­kmals dankend hervor.

 

 In dem Uedemer „Sony Center“ . . . 

. . . sorgte das Jugendorchester Uedem für den guten Ton


In seinem Festvortrag zeigte Dr. Ralf Kreiner vom Rheinischen Mühlen-Dokumentations­zentrum die Entwicklung der Windmühle anhand ausgewählter Beispiele aus dem regionalen Umfeld, aber auch dem europäischen Raum. Er erläuterte den Sachstand der historischen Forschung zum Ursprung dieser technischen Entwicklung, die im Gegensatz zur bereits in der Antike erfundenen Wassermühle erst um 1180 im Bereich der Küste des Ärmelkanals einsetzte. Die spärliche Quellenlage gibt zu diesen frühen Windmühlen kaum detaillierte Beschreibungen, und so ist auch für die Uedemer Hohe Mühle weder ihr genaues Baujahr bekannt, noch die Bauform, vielleicht hat es sich anfangs um eine hölzerne Kastenmühle gehandelt, die auf einem Bockgerüst drehbar war.

Rechtzeitig zum Jubiläum der Hohen Mühle ist auch eine sehr umfangreiche heimat­kundliche Dokumentation zu ehemaligen Wind- und Ölmühlen des heutigen Gemeinde­gebietes Uedem von Guido Cladder und Astrid Henkel erschienen, die als Nr. 10 in der Schriftenreihe der Gemeinde Uedem unter Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Verkehrsverein herausgegeben wurde unter dem Titel: ‘700 Jahre Uedemer Mühlen­geschichte’. Dem anwesenden Autor Guido Cladder konnte Bürgermeister Weber so auch seinen Dank für das 380 Seiten umfassende reich bebilderte Forschungsprodukt aussprechen, bevor in der Mühle der Verkauf (noch) zum Sonderpreis von 18,50 € begann und erste Leseproben bei Kaffee und Kuchen oder köstlichen Waffeln stattfanden.




Zuvor wurde aber noch vor der Mühle eine Informationstafel zur Geschichte der Uedemer Mühlen feierlich enthüllt. Eine wesentlich ausführlichere Ausstellung zu dem Thema ist in den Räumen der Mühle präsentiert, angereichert mit Mühlenmodellen des Rheinischen Mühlenverbandes. Diese Ausstellung ist noch bis zum 23. Juni zu den Öffnungszeiten samstags und sonntags zu sehen, sofern samstags keine Trauung stattfindet, und am Pfingstmontag. Am 21. Mai wird um 19:30 Uhr im Bürgerhaus von Michael Schuck ein Vortrag zur Geschichte der Uedemer Mühlen gehalten werden. Weitere Informationen unter https://hvv-uedem.de.   Den Uedemern ist permanente Anziehungskraft ihrer Mühle zu wünschen.



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