Mühlenverband Rheinland
Willkommen beim Rheinischen Mühlenverband e. V.


Infoartikel

 

   Motivreihe Mühlen auf Briefmarken

Da bedarf es erst der Anfrage eines Briefmarkensammlers aus Brasilien an die DGM, um uns Mühlenfreunden in Erinnerung zu bringen, welch kunstvolle Präsentation des Mühlen­wesens in Deutschland nicht nur dem Philatelisten Freude bereitet. Im Jahr 1997 brachte die Deutsche Post AG eine Wohlfahrtsmarken-Serie heraus mit 5 Abbildungen deutscher Mühlen. Die Motive wurden entworfen von dem Kupferstecher und Buch-Grafiker Otto Rohse, der 2016 im Alter von 90 Jahren verstarb. Neben zahlreichen Buchillustrationen hat O. Rohse auch Dutzende von Entwürfen für Briefmarken gestaltet, meist architektonische oder Stadtmotive, von denen 60 in Serie gingen (► https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rohse).


 

Die Rankmühle bei St. Märgen (nach einer Ansichtskarte von 1978) vermittelt als Schwarzwaldmühle den Inbegriff der Mühlenromantik. Seit römischer Zeit erleichterten Wasser­mühlen das Zerkleinern der Getreide­früchte. Sie sind besonders im Mittelgebirge verbreitet, wo das Gefälle eine gute Energie-Ausbeute erbringt. Die Rankmühle stammt als Hofmühle aus dem Jahr 1736 und wurde auch zu Wohnzwecken benutzt. Seit 2018 kümmert sich ein neu gegründeter Förderverein um das Wohl der Mühle (► http://rankmuehle-st-maergen.de/)



Ein weiteres Wasser-mühlen-Motiv liegt im hessischen Bergland, die Steinmühle in Ottrau-Schorbach im Schwalm-Eder-Kreis. Sie besteht seit dem 16. Jh. und wurde 1880 um eine Sägemühle mit eigenem Wasserrad erweitert. Ein Förderverein betreibt die Mühe als museale Ein­richtung und Für Veran­staltungen. (► http://muehlenmuseum-steinmuehle.de/) Als Vorlage zur Briefmarke diente offenbar ein Foto von August Gandert, das wir mit freundlicher Genehmigung des Erich-Röth-Verlages (► http://erich-roeth-verlag.com/) dem Buch „Romantik und Wirklichkeit der alten Mühlen“ von Richard Wittich, 1977, entnommen haben.




Die Bockwindmühle, hier am Niederrhein, stellt die älteste Form der europäischen Windmühle dar. Sie entstand Ende 12. Jh. und musste von Hand an langem Steert-Balken in den Wind gedreht werden, wobei der gesamte auf einer Pfahlkonstruktion ruhende Mühlenkasten bewegt werden musste. Die segel­bespannten Flügel brauchten natürlich baumfreies Umfeld zum Arbeiten, was hier im LVR-Freilicht-Museum Kommern (►http://www.kommern.lvr.de/) nicht unbedingt erforderlich ist. Diese Bock­windmühle wurde ursprünglich 1711 in Titz bei Spiel im Kreis Düren errichtet. 1959 wurde sie abgebaut und ins Museum transloziert. Die Bockmühlen waren früher im ganzen nordeuro­päischen Raum verbreitet. Im Rheinland existieren heute neben der vorgenannten noch 3 weitere: Die private Düppelsmühle in Titz-Spiel, die nach Sturmschaden 2016 komplett renoviert wurde, die Bockwindmühle in Kempen-Tönisberg und die Narrenmühle in Viersen-Dülken, die zur Zeit zur Überholung demontiert ist und auf den Wiederaufbau im Herbst 2020 wartet.



Eine bemerkenswerte Weiterentwicklung erfuhr die Mühlentechnik Anfang 15. Jh. mit Erfindung der drehbaren Mühlenkappe (sog. Holländermühle). Hier wird nur noch die flügeltragende Kappe in den Wind gedreht, anfangs noch von Hand, ab der 2. Hälfte 18. Jh. automatisch mit Windrose, die auf dem Foto von 1976 leider defekt ist. Weitere Erleichterung schafften die im selben Zeitraum entwickelten Jalousie-Flügel, die per Seilzug zentral der Wind­stärke angepasst werden konnten.

Die Form der Kappenwindmühle erlaubt einen geräumigen festen Unterbau mit mehreren Stockwerken, wobei die Segel- und Kappen-Bedienung dann von einer umlaufenden Galerie erfolgt. Der dargestellte Galerieholländer steht in Eddelak in Dithmarschen und wurde 1865 als Ersatz für eine Bockmühle gebaut. Auch diese Mühle wird heute von einem Mühlenverein betreut (►http://www.muehle-eddelak.de/). Wie viele Mühlen trägt sie ihren Namen auf dem Windbrett an der Kappe: „Gott mit uns“.



Ein anderer Mühlentyp wurde aus der Bockmühle entwickelt, die Kokermühle, die zur Ent­wässerung Anfang 15. Jh. in Holland erfunden wurde. Dazu war es notwendig, die Energie mittig bis in das Bodenniveau zu führen, es konnte also keinen Drehpfahl wie bei der Bock­mühle geben. Da die gesamte Konstruktion aber mit geringem Gewicht gebaut werden konnte, schuf man einen pyramidenförmigen Unterbau, der oben mit einem rohrförmigen Köcher (Koker) das drehbare Oberteil trägt. Die Hebung des Wassers aus einem tiefen in einen höheren Kanal erfolgte mittels Wurfrad oder wie hier mit archimedischer Schraube. Solche Mühlen dienten reihenweise zur Entwässerung der Polder.

Die dargestellte Mühle steht in Honigfleth in der Wilstermarsch, wohin sie von dem ursprüng­lichen Standort bei Nortorf versetzt wurde. Auch um ihre Erhaltung als letzte ihrer Art in Schleswig-Holstein kümmert sich ein Förderverein, der etwas irreführend das Wort „Bockmühle“ im Namen trägt (►http://www.foerderverein-bockmuehle.de/). Auch im Rheinland gibt es eine einzige Kokermühle, in Geldern-Walbeck, die aber als Getreidemühle gebaut ist.




  Sommergruß des Rheinischen Mühlenverbandes

 

Wir wünschen allen Mühlenfreunden und -freundinnen eine schöne Sommer- und Ferienzeit!

 

Entdecken Sie die Mühlen in unserer Heimat oder dort, wohin Sie verreisen. Bewundern Sie aufs Neue, wie die Menschen die Kräfte der Natur genutzt haben und damit ihr Leben und ihre Umwelt geprägt haben.

Mühlen - ein Stück zu Hause.

Vor allem: Bleiben Sie gesund!




Reinhold Pillich                                           Lothar Esser

Vorsitzender                                                Geschäftsführer


 

  Goethe in Issum!

Bekanntermaßen hat die Corona-Epidemie 2020 bei Künstlern, Museen und diversen Veranstaltern zu erheblichen Einnahme-Einbußen geführt, dem kulturinteressierten Publikum ist in der jetzigen Zeit vieles verschlossen geblieben. Auch für unsere Mühlenbetreiber und Mühlenvereine trifft das natürlich zu, nicht zuletzt musste auch der Deutsche Mühlentag ohne entsprechende Mühlenbesuche bleiben. Doch Not macht erfinderisch, und so erreichte uns die Nachricht, dass Goethe nach Issum kommt. „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“



Doch wo liegt nun des Pudels Kern? Der Förderverein der Herrlichkeitsmühle in Issum hat sich wieder eine barrierefreie Besichtigung ausgedacht. Mit einer neuen Internet-Plattform www.museum-virtuell.de  soll das möglich werden:

Der bekannte Rezitator Andreas Grude wird am Samstag, 4. Juli 2020 für 90 Minuten in der Herrlichkeitsmühle in Issum Goethe lieben, leiden und leben lassen. Ein beschränkter Personenkreis wird die Abendveranstaltung gegen entsprechende Eintrittsgebühr in der Mühle erleben können. Aber ein weiterer Personenkreis kann gegen geringere Gebühr virtuell an der Veranstaltung teilnehmen.

Fragen beantwortet:  Jochen Porbeck, Telefon:02835 790227,
Mail:porbeck@herrlichkeitsmuehle.de

Weiter Informationen unter:  ►  www.herrlichkeitsmuehle.de



   Mühlengruß zu Pfingsten - Hostienmühlen

Erstmals finden am Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag keine Veranstaltungen statt. Dennoch wollen wir uns die Freude und Begeisterung für das Thema Mühlen nicht nehmen lassen. Was passt in die Zeit besser als Ausschau zu halten nach der Vielseitigkeit, die es rund um das Interessengebiet Mühlen zu entdecken gibt.

Wer im Internet bei Wikipedia den Suchbegriff „Hostienmühle“ eingibt, wird auf einen Beitrag stoßen, der die Hostienmühle (auch mystische Mühle, Mühlenallegorie) als eine „in der christlichen Ikonographie versinnbildlichte Darstellung der Transsubstantiation“ beschreibt. Es geht also um die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Weiter heißt es in dem Artikel „Dabei steht das Korn, das in die Mühle gegeben wird, symbolisch für das Wort Gottes. Die Mühle mahlt es zu Hostien, der eucharistischen Gestalt des Leibes Christi. Angetrieben wird die Hostienmühle von den Aposteln oder auch von Wasser, das in Beziehung zu den vier Flüssen des Paradieses (Gen 2,10 EU, Offb 22,1 EU) steht und damit ein Sinnbild der Taufe darstellt.“

Bücherfreunden sei das dort angeführte Werk von Harald Rye-Clausen: Die Hostienmühlenbilder im Lichte mittelalterlicher Frömmigkeit. Christiana, Stein am Rhein 1981 empfohlen, das antiquarisch noch erhältlich ist.

Allen Mühlenfreunden und –freundinnen wünschen wir ein frohes Pfingstfest. Bleiben Sie gesund! Glück zu!

                                                                                                       

  Reinhold Pillich

Vorsitzender 
                                            

Lothar Esser

Geschäftsführer


Pfarrkirche St. Lorenz in Nürnberg: Glasfenster (1481)   Foto: Wolfgang Sauber
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International



   Jahrestagung in Wegberg abgesagt

Liebe Mühlenfreunde,

aufgrund der aktuellen Entwicklung kann Ihnen der Vorstand bis auf weiteres  keinen neuen Termin  als Ersatz für die am 07. März 2020 ausgefallene Jahrestagung nennen.

Wir halten Sie auf den Laufenden. Eventuell fällt die diesjährige Jahrestagung aus, so dass die nächste Jahrestagung dann im kommenden Jahr in Wegberg stattfindet.

 Vorstand und Geschäftsstelle stehen wie bisher als Ansprechpartner für Fragen, Hinweise und Anregungen zur Verfügung.

 Wir wünschen Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit und freuen uns auf ein Wiedersehen zu einem späteren Zeitpunkt.

 Glück zu

 Ihre Geschäftsstelle"

 

 

   DGM-Jahrestagung in Bayern abgesagt

Die Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat mitgeteilt, dass aufgrund der aktuellen Corona-Situation in Absprache mit dem Bayerischen Landesverband die  Jahrestagung 2020 der DGM in Thierhaupten leider abgesagt  werden müsse. Selbst bei weitergehenden Lockerungen der Einschränkungen im öffentlichen Leben sehe man keine Möglichkeiten, unter Auflagen und mit selbst großem planerischen Aufwand den Zielen dieser Veranstaltung gerecht zu werden.

Da der Gesetzgeber im Bundesgesetzblatt vom März 2020 auch den Ausfall von satzungsmäßig vorgesehenen Jahresversammlungen von Vereinen in diesem Jahr legitimiert habe, hat die DGM sich entschlossen, die Jahrestagung 2020 komplett abzusagen und für  2021 wieder neu in Thierhaupten  anzusetzen. Die Verschiebung der nachfolgenden Jahrestagungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin-Brandenburg um jeweils ein jahr sei noch in Diskussion.

 



Wir wünschen allen Mühlenfreunden in der schwierigen Zeit

schöne Ostertage.  Bleiben Sie gesund!


Reinhold Pillich                                           Lothar Esser
        Vorsitzender                                                Geschäftsführer



Deutscher Mühlentag dieses Jahr abgesagt


Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!     Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!     Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!


Aufgrund der Maßnahmenempfehlungen der Bundesregierung hat die DGM die Veranstaltung des Deutschen Mühlentages 2020 abgesagt.

Ein entsprechendes Rundschreiben der DGM finden Sie hier: 

 ► Absage Deutscher Mühlentag


Wir bitten alle Mühlenfreunde um Verständnis.


Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!



 

 

 

Jahrestagung in Wegberg verschoben!    Jahrestagung in Wegberg verschoben!   Jahrestagung in Wegberg verschoben!

 

 

   Liebe Mühlenfreunde,

aus gegebener Veranlassung hat sich der Vorstand dazu entschlossen, die für den 07. März 2020 vorgesehene Jahrestagung 2020 abzusagen.
Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ausweislich der Tagesordnung stehen keine dringenden Beschlüsse an, die nicht vertagt werden könnten.
Wir bedauern die Kurzfristigkeit der Absage. Als neuer Termin ist der 16.05.2020, 11:00 Uhr, an gleicher Stelle in der Wegberger Mühle, vorgesehen. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Eine neue Einladung erhalten Sie rechtzeitig zugeschickt."

Die Mitglieder erhalten in Kürze ein separates Anschreiben.

 Glück zu

Ihre Geschäftsstelle

 Jahrestagung in Wegberg verschoben!    Jahrestagung in Wegberg verschoben!   Jahrestagung in Wegberg verschoben!


  Jahrestagung in Wegberg vorbereitet

Wichtiger Hinweis zur Jahrestagung - Anmeldung per Email:
Anmeldungen auf elektonischem Wege sind nur über folgende Mailadresse möglich: info@rheinischer-muehlenverband.de
Liebe Mühlenfreunde und -freundinnen, bitte achten Sie auf die Schreibweise.

Glück zu!
Ihre Geschäftsstelle

 Bei seinem letzten Treffen am 29.01.2020 in Wegberg hat der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes die kommende Jahrestagung am 07.03.2020 in der Mühlenstadt Wegberg vorbereitet. Die diesjährige Tagung wird in Kooperation mit der Mitgliedsstadt Wegberg durchgeführt, die ihre Wassermühle für die Versammlung zur Verfügung stellt. Die Schirmherrschaft übernimmt Landrat Stephan Pusch, früherer Vorsitzender des Verbandes.

Die Einladung mit Tagesordnung ist hier einsehbar:  ► Einladung Jahrestagung 2020

Die Mitglieder erhalten die Einladung mit den Tagungsunterlagen auf dem Postweg.

Lothar Esser, der als Geschäftsführer und Mitarbeiter der Stadt die Jahrestagung mitorganisiert, freut sich, dass er folgende Mühlen als Partner für das Nachmittagsprogramm gewinnen konnte:




Schrofmühle


Buschmühle



Schriefersmühle (jetzt mit Flügeln)




Tüschenbroicher Kornmühle

Nähere Hinweise werden mit der Einladung an alle Mitglieder verschickt.
Bereits jetzt sei darauf hingewiesen, dass Mühlenfreunde und –freundinnen auch gern schon vorher in die Mühlenstadt Wegberg anreisen und dort übernachten können. So besteht die Möglichkeit, sich die ein oder andere Mühle zusätzlich anzuschauen und abends in der Wegberger Gastronomie den Tag ausklingen zu lassen.
Ein Unterkunftsverzeichnis kann unter der Internetadresse https://heinsberger-land.de/ aufgerufen werden. Dort finden Sie oben auf der Seite den Eintrag „übernachten“.
Vorgesehen ist, dass der Geschäftsführer auch über Fördermöglichkeiten nach der Heimatförderung NRW berichten wird.
Der Rheinische Mühlenverband e.V. & die Stadt Wegberg freuen sich auf Sie – Glück zu!



   Von Mühlen im Raum Krefeld – Kempen

Beim Sturm „Thomas“ im Jahr 2017 hatte das Wahrzeichen der Thomas-Stadt Kempen, die Stadt­mühle am Hessenwall, ihre Flügel verloren. Wenn auch kein mühlentechnisches Inventar mehr vorhanden ist, so hat doch die Stadt das äußere Erscheinungsbild wieder herstellen lassen. Im Jahr 2019 hat eine niederländische Firma die Mühle mit widerstands­fähigen Stahlruten und Segelgattern versehen, so dass sich wieder ein stattlicher Anblick auf die Mühle aus dem 15. Jahrhundert am Stadtwall bietet.

Auch die Stadt Krefeld hat sich um die Pflege eines beliebten Ansichtskarten-Motives bemüht. Die Windmühle auf dem Egelsberg, deren untere Räumlichkeiten für Ausstellungs­zwecke genutzt werden, hatte massive Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk, die aufwändig saniert werden mussten. Im November 2019 konnte auch das renovierte Flügelkreuz durch die niederländischen Mühlenbauer wieder installiert werden.



Stadtmühle Kempen


Mühle auf dem Egelsberg



Weniger Sorgen um den eigenen Bauzustand als vielmehr um die geplanten Baumaß­nahmen in der Nachbarschaft machen sich derzeit die ehrenamtlichen Betreiber der als Autobahn­mühle bekannten Geismühle in Krefeld-Oppum. Von dem Rastplatz an der Autobahn A 57 sind es bisher nur ein paar Schritte, um die imposante und liebevoll restaurierte Mühle zu besuchen. Mit dem ab 2022 geplanten 6-spurigen Ausbau der Autobahn ist eine Verlegung des Rastplatzes auf die Ostseite mit Zufahrts­brücke projektiert. Die „Mühlenspechte“ vom Bauverein Geismühle hoffen trotzdem auch künftig auf neugierige Besucher zu ihren Führungen am 1. und 3. Samstag im Monat von Mai bis Oktober. Außerdem suchen sie – wie viele Vereine – dringend Nachwuchs, der sich mit der Bedienung eines Smartphones allein nicht ausgelastet fühlt.

Eher positiv wird den Ausbau der Autobahn die in nur 4 km Entfernung am Krefelder Hafen neu entstehende Castell-Mühle sehen. Dort wird zur Zeit die modernste Industriemühle Europas gebaut, die mit ca. 365.000 Jahrestonnen Getreide die gesamte Produktion der Ellmühle in Köln Deutz ab April 2020 übernehmen wird. Der Kölner Standort der Firma Goodmills Deutschland wird dann stillgelegt.



Geismühle Krefeld-Oppum


Castell-Mühle am Hafen Krefeld



 



 

  

   Mühlen-Inventar abzugeben

Aufgrund geplanter Umnutzung der Bruchhauser Mühle in Waldbröl sind dort etliche Teile des Mühleninventars sowie historische Gebrauchsgegenstände abzugeben.

Interessenten wenden sich bitte an nelliwotzke@gmail.com , um weitere Informationen zu erhalten.


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   Vorweihnachtsmarkt an der Lambertsmühle

Die Lambertsmühle in Burscheid hat uns gebeten, auf folgendes Ereignis hinzuweisen:

http://lambertsmühle-burscheid.de


►  Flyer zum 8. Vorweihnachtsmarkt


 

      Wichtiger Hinweis zur Heimatförderung –
      RMV-Vorstandssitzung in der Molzmühle

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes traf sich am 26. Juni 2019 zu einer turnusmäßigen Sitzung in der Molzmühle am Verbandssitz in Wegberg. Die Vorstandsmitglieder wurden von Hausherrin Brigitte Hoyer herzlich begrüßt, die sich mit großem Engagement der Pflege und Erhaltung des Mühlenerbes in ihrem gastronomischen Betrieb widmet und am 03. August  wieder zum Mühlenfest einlädt.

Ein Besprechungs-Thema der Sitzung war die Heimatförderung in Nordrhein-Westfalen, die vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes bereitgestellt wird. Auf dessen Internetseite finden (nicht nur) Mühlenfreunde wertvolle Hinweise zur Heimatförderung unter:

►    https://www.mhkbg.nrw/themen/heimat/foerderprogramm-heimat-zukunft-nordrhein-westfalen-wir-foerdern-was-menschen

Einer der Säulen des Programmes ist der Heimat-Scheck. Hier fördert die Landesregierung jährlich 1.000 Projekte mit jeweils 2.000 Euro. Gefördert werden können Maßnahmen, die sich mit dem Thema Heimat und Heimatgeschichte im Zusammenhang mit lokalen und regionalen Inhalten befassen. Förderungswürdig sind Publikationen, Veranstaltungen, Ausstellungen, Anschaffung und Instandsetzung von Ausstellungsmobiliar, Technik zur Präsentation von Heimatgeschichte, die Entwicklung und Umsetzung neuer Darstellungs­formen sowie Wegweiser und Informations-Tafeln. Die vorangegangene Aufzählung soll beispielhaft sein. Für eine Förderung kommen auch andere Maßnahmen in Betracht, sofern sie geeignet sind, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern, ohne dabei andere auszugrenzen.

Der Vorstand besprach u.a. auch die Planung der kommenden Jahrestagung am 07. März 2020 in der Mühlenstadt Wegberg. Ausrichterin ist die Stadt Wegberg mit ihrer Wassermühle in der Innenstadt. Für das Nachmittagsprogramm möchte die Stadt auch andere Mühlen im Stadtgebiet mit einbinden.

Historischer Kollergang im
Gastraum der Molzmühle





      700 Jahre Hohe Mühle Uedem

Als eine der ältesten Turmwindmühlen im Rheinland feiert die Hohe Mühle in Uedem 2019 ein seltenes Jubiläum und zieht Mühlen- und Heimatfreunde aus nah und fern an, wie die rege Teilnahme am Festakt am 05. Mai auf dem Katzenberg belegt.

Ihre erste urkundliche Erwähnung erfuhr die Mühle 1319 als kurkölnisches Lehen im Besitz des Herrn von Veen, der sein Recht aber bald an den Grafen von Kleve abtrat. Die Mühle war auf dem Berg 1 km östlich vor der Stadt errichtet worden, wo sie besonders gut den Wind anzog, und da sie eine herrschaftliche Mühle war, zog sie auch zwangsweise die Mahlkundschaft aus Uedem durch das Mühlentor heran. Das tat sie, auch nach Aufhebung des Mühlenbannes, noch bis ca. 1928, dann stellte sie den Betrieb ein. Hohe Ehre zog sie von 1933 bis 1985 auf sich und die im Krieg Gefallenen als Ehrenmal, aber leider wirkte sie im II. Weltkrieg als exponierter Beobachtungspunkt auch wie ein Magnet auf Bomben und Granaten. Seit den 80er Jahren kümmert sich der Heimat- und Verkehrsverein Uedem e.V. um die Mühle als Begegnungsstätte und nunmehr zieht sie interessierte Besucher in das Heimat- und Schustermuseum und seit ein paar Jahren zieht sie auch Brautpaare zur Trauung in ihren Bann (eine moderne Form des Mühlenbanns).

© www. kraejen.de

Nach heftigem Hagelschauer schien zum Festakt dann die Sonne und Bürgermeister Rainer Weber konnte im Freien unter einem Zeltdach vor der Mühle die zahlreichen Gäste begrüßen und in seiner Ansprache besonderen Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer richten, die den laufenden Betrieb an der Mühle gewährleisten und an jene, die das Fest vorbereitet und gut organisiert hatten. Der Vorsitzende des Rheinischen Mühlenverbandes Reinhold Pillich, der mit mehreren Damen und Herren aus dem Vorstand des Verbandes der Einladung gefolgt war, sprach in einem Grußwort seine Glückwünsche aus und hob auch das große Engagement der Gemeinde Uedem für die Erhaltung und Pflege dieses alten Kulturden­kmals dankend hervor.

 

 

   In dem Uedemer „Sony Center“ . . .      

. . . sorgte das Jugendorchester Uedem für den guten Ton

 

In seinem Festvortrag zeigte Dr. Ralf Kreiner vom Rheinischen Mühlen-Dokumentations­zentrum die Entwicklung der Windmühle anhand ausgewählter Beispiele aus dem regionalen Umfeld, aber auch dem europäischen Raum. Er erläuterte den Sachstand der historischen Forschung zum Ursprung dieser technischen Entwicklung, die im Gegensatz zur bereits in der Antike erfundenen Wassermühle erst um 1180 im Bereich der Küste des Ärmelkanals einsetzte. Die spärliche Quellenlage gibt zu diesen frühen Windmühlen kaum detaillierte Beschreibungen, und so ist auch für die Uedemer Hohe Mühle weder ihr genaues Baujahr bekannt, noch die Bauform, vielleicht hat es sich anfangs um eine hölzerne Kastenmühle gehandelt, die auf einem Bockgerüst drehbar war.









Bürgermeister Rainer Weber mit dem Autor Guido Cladder sowie mit Reinhold Pillich (RMV), Dr. Ralf Kreiner (RMDZ) und dem Vorsitzenden des Heimat und Verkehrsvereins Michael Lehmann

Rechtzeitig zum Jubiläum der Hohen Mühle ist auch eine sehr umfangreiche heimat­kundliche Dokumentation zu ehemaligen Wind- und Ölmühlen des heutigen Gemeinde­gebietes Uedem von Guido Cladder und Astrid Henkel erschienen, die als Nr. 10 in der Schriftenreihe der Gemeinde Uedem unter Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Verkehrsverein herausgegeben wurde unter dem Titel: ‘700 Jahre Uedemer Mühlen­geschichte’. Dem anwesenden Autor Guido Cladder konnte Bürgermeister Weber so auch seinen Dank für das 380 Seiten umfassende reich bebilderte Forschungsprodukt aussprechen, bevor in der Mühle der Verkauf (noch) zum Sonderpreis von 18,50 € begann und erste Leseproben bei Kaffee und Kuchen oder köstlichen Waffeln stattfanden.

Zuvor wurde aber noch vor der Mühle eine Informationstafel zur Geschichte der Uedemer Mühlen feierlich enthüllt. Eine wesentlich ausführlichere Ausstellung zu dem Thema ist in den Räumen der Mühle präsentiert, angereichert mit Mühlenmodellen des Rheinischen Mühlenverbandes. Diese Ausstellung ist noch bis zum 23. Juni zu den Öffnungszeiten samstags und sonntags zu sehen, sofern samstags keine Trauung stattfindet, und am Pfingstmontag. Am 21. Mai wird um 19:30 Uhr im Bürgerhaus von Michael Schuck ein Vortrag zur Geschichte der Uedemer Mühlen gehalten werden. Weitere Informationen unter https://hvv-uedem.de.   Den Uedemern ist permanente Anziehungskraft ihrer Mühle zu wünschen.



    II. Heimatakademie "Heimat macht Schule"
    am 18.05.2019 in Bielefeld

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) des Landes Nordrhein-Westfalen hat im März 2019 die Heimat-Akademie Nordrhein- Westfalen gestartet.  Frau Ministerin Ina Scharrenbach lädt Expertinnen und Experten für Heimat zur zweiten Tagung am 18.05.2019 nach Bielefeld ein, wo unter dem Motto „Heimat macht Schule“ zu den Planungen für das kommende Schuljahr 2019/2020 ein Fortbildungs- und Vernetzungs­angebot bereitgestellt werden soll.
Thematisiert werden Kooperationsmöglichkeiten zwischen Pädagoginnen und Pädagogen und Heimataktiven, wobei Beispielprojekte vorgestellt werden sollen, wie dem Programm zu entnehmen ist:

           ► Einladung und Programm „Heimat macht Schule“

Wer am Samstag, dem 18.05.2019 Zeit und Interesse hat, kann eine Reise nach Westfalen planen und sich unter dem Link       

           ► url.nrw/heimat-akademie2

 kostenfrei zu der Veranstaltung anmelden. Die Anmeldefrist geht am 06.05.2019 zu Ende. 

Bei Fragen bitte direkt wenden an die Organisatoren von der Stabsstelle Heimat Frau Meike Paprotta-Kübler unter Meike.Paprotta-Kuebler@mhkbg.nrw.de oder Herr Jan Motte unter Jan.Motte@mhkbg.nrw.de.

 Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen der Heimat-Akademie Nordrhein-Westfalen erhalten Sie unter

           ► https://www.mhkbg.nrw/themen/heimat/heimat-akademie-nordrhein-westfalen.

 

 

      Heimatakademie für ehrenamtliche Denkmalvermittler am 30.03.2019

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) des Landes Nordrhein-Westfalen betrachtet Denkmäler als wichtige Heimat-Orte und widmet sich ihnen mit einer ersten Heimat-Akademie. Frau Ministerin Ina Scharrenbach lädt zu der ersten Tagung am 30.03.2019 nach Düsseldorf ein, bei der eine Praxisfortbildung für ehrenamtliche Denkmalvermittler stattfinden soll. Dabei werden mit speziellem Blick auf das Erreichen der Zielgruppe Kinder und Jugendliche innovative Ideen und aktuelle Forschungsergebnisse zur Denkmaldidaktik präsentiert und diskutiert. In aktivierenden Workshops werden Konzepte entwickelt. Unter dem nachfolgenden Link sind zu finden:

           ►  Einladung und Programm Heimatorte

Wer also am Samstag, dem 30.03.2019 nicht mit der Erhaltung seines Denkmals oder der Führung einer Kindergruppe durch seine Mühle beschäftigt ist, kann sich unter dem Link

           ►  url.nrw/heimat-akademie1

anmelden zum Workshop konkreter Denkmalvermittlung - Vorbildprojekte als Ideengeber oder alternativ zum Design-Thinking-Workshop zur individuellen Konzepterarbeitung. Den Angaben dort ist zu entnehmen, dass die Veranstaltung kostenfrei ist (für Teilnehmer). Die Anmeldefrist geht am 25.03.2019 zu Ende. 

Bei Fragen bitte direkt wenden an die Organisatoren von der Stabsstelle Heimat Frau Meike Paprotta-Kübler unter Meike.Paprotta-Kuebler@mhkbg.nrw.de oder Herr Jan Motte unter Jan.Motte@mhkbg.nrw.de.

 

   

   Altemüller rosten nicht  –  RMDZ-Doku Mühle Kalkar online

„Wer rastet, der rostet“, sagt das Sprichwort, aber das trifft nicht für alte Müller zu, zumindest nicht, wenn sie so heißen. Hans-Michael Altemüller, freiwilliger Windmüller in Kalkar, hatte 2004 in den Niederlanden bei der Gilde der freiwilligen Müller eine Ausbildung begonnen und kümmerte sich seitdem um den Erhalt und Betrieb der Windmühle am Hanselaerer Tor in Kalkar und gemeinsam mit seinem jüngeren Müller-Kollegen Gerd Hage um Ausbildung und Nachwuchs von freiwilligen Müllern. Inzwischen ist er 87, was ihn aber nicht gehindert hat, seit ein paar Jahren das Team des Rheinischen Mühlendokumentationszentrums (RMDZ) zu unterstützen, und bei zahlreichen Vor-Ort-Recherchen sein Wissen einzubringen.

Es ist daher selbstverständlich, dass er sich gemeinsam mit Gerd Hage, der bis vor kurzem im Vorstand des Kalkarer Mühlenvereins aktiv war, für eine ausführliche historische und mühlen­technische Dokumentation der mit insgesamt 36 m Höhe größten, voll funktionsfähigen Windmühle am Niederrhein einsetzte und daran mitarbeitete. Die Dokumentation wurde in den Jahren 2015 – 2017 durchgeführt.



Altemüller bei der Arbeit

Dornröschen ist entwirrt

Die Mitglieder des Rheinischen Mühlenverbandes wurden auf der Jahrestagung in Issum 2018 in einem ausführlichen Vortrag des Co-Autors Dr. Ralf Kreiner über Umfang und Ergebnisse der Dokumentation informiert (s. Artikel unten). Inzwischen ist die Zusammenstellung, die zahlreiche Detail-Fotos sowie Schnittzeichnungen von Rüdiger Hagen enthält, abgeschlossen und im Internet publiziert unter:

►  https://www.rmdz.de/publikationen/dokumentationen/

Die Kalkarer Mühle am Hanselaerer Tor ist zu erreichen unter der Web-Seite:

►  https://www.kalkarer-muehle.de/

 

 

   RMV-Jahresversammlung 2019 in Rees

Der Rheinische Mühlenverband war dieses Jahr für die jährliche Mitgliederversammlung nach Rees eingeladen worden, wo Herr Michael Scholten von der Scholten-Mühle beste Vorbereitungen getroffen hatte. Eine Terminänderung war wegen des Karnevals nötig geworden und so fand die Versammlung am 09.03. statt, gerade noch vor dem verheerenden Sturm am folgenden Sonntag, der hoffentlich unsere Windmühlen alle unbehelligt gelassen hat. Am Samstagmorgen schien noch die Sonne, und erst am Nachmittag und auf der Heimfahrt wurden die Teilnehmer von einigen Wetterkapriolen wie Hagel- und Gewitterschauern überrascht.

Nachdem ca. 50 Mitglieder und Gäste den gemütlichen Reeser Spiegelsaal des Sport- und Freizeitcenters der Familie Kullmann gefüllt hatten, wurden sie von der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Rees, Frau Mariehilde Henning, freundlich begrüßt und nahmen auch die Grußworte des verhinderten Bürgermeisters Christoph Gerwers entgegen. Frau Henning gab einen kurzen Abriss der Stadtgeschichte, für die auch das Mühlenwesen von besonderer Bedeutung war, und versäumte nicht, die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der ältesten Stadt am Unteren Niederrhein zu preisen. Rees war auch 2005 schon Austragungsort der RMV-Versammlung.

Nach Begrüßung und Danksagung an Michael Scholten berichtete der Vorsitzende Reinhold Pillich u. a. von der Vorstandssitzung der DGM im Januar, wo ein wichtiges Thema die Aktivitäten für die Europäische Kulturstraße ‘VIA MOLINA’ (s. Beitrag unten) war. Er wies auch auf das im August in Berlin stattfindende Fach-Symposium der internationalen Molinologen-Gesellschaft ‘TIMS’ hin, das dieses Jahr erstmals einen öffentlichen Vortragstag vorsieht, zu dem aber eine Anmeldung erforderlich ist.

Begrüßung durch die 1. Stellv. Bürger­meisterin Frau Henning

Michael Scholten, Dirk Kleinwegen (rechts)
Die ‘Kaßmöll’ (links)                                         

Nachdem sich der DGM-Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland e.V. leider im Jahr 2017 aufgelöst hat, lädt der DGM-Vorstand Beteiligte des Vereins und Verantwortliche der drei angrenzenden Landesverbände aus dem Rheinland, Hessen und Baden-Württemberg zu einer internen Arbeitssitzung Ende März nach Wahlrodt ein, um eine Neugründung des Vereins Rheinland-Pfalz/Saarland oder eine Verwaltung der Mühlen-Interessen durch die Nachbarn zu besprechen.

Der Geschäftsführer berichtete über die Ereignisse im abgelaufenen Jubiläumsjahr und der Kassenführer von der stabilen Finanzlage, was von den Kassenprüfern neben einer ordentlichen Kassenführung bestätigt wurde. So erhoben sich gegen die Entlastung des Vorstandes keine Einwände

Aus der Versammlung wurde die Frage nach dem Stand der Archivraum-Suche gestellt, die leider immer noch nicht befriedigend beantwortet werden kann, da der RMV weiterhin nach einer kostenneutralen Raumlösung sucht, die als Anlaufort für Besprechungen und zur Unterbringung von Büchern, Modellen und Vereinsunterlagen geeignet ist.

Scholten-Mühle mit Bilau-
Ventikanten u. Drehheck

Hüter der Stadt
Heinz Wellmann

Der Geschichtsverein Rees hat vor einigen Jahren eine intensive Recherche zum Mühlenwesen in der Stadt durchgeführt, die in einer Ausstellung und einer umfangreichen Broschüre ihren Niederschlag fand. In einem eindrucksvollen Vortrag präsentierten Michael Scholten und Dirk Kleinwegen daraus Ergebnisse, die neben historischen Lageplänen und Fotos vergangener Bock-und Turmwindmühlen auch alte Stiche mit Schiffmühlen auf dem Rhein umfassten. Die Darstellung der 1848 errichteten Scholten-Mühle bezog direkt die Familien­geschichte Michael Scholtens mit ein, dessen Vorfahren meist über die weibliche Linie seit dieser Zeit über 6 Generationen mit dem heute liebevoll gepflegten Erbe verbunden waren.

Ebenso informativ wie amüsant waren auch die anschließenden Belehrungen und Erläuterungen des historischen Reeser Nachtwächters, in dessen Kostüm Heinz Wellmann steckte. Er wusste über Herolde ebenso Bescheid, wie über die Einführung der Kartoffel durch Friedrich den Großen (daher Pommes Fritz) und erläuterte bauliche Details des Mühlenturms am Rhein. Der Sockelbereich des weit in den Ufersaum des Rheins hineinragenden Klinker-Turmes ist mit eingebauten Basalt­steinen verstärkt, um hohem Eisgang des Flusses Widerstand leisten zu können.

Dem Mittagsimbiss mit Gulasch- oder Gurkencremesuppe folgte eine Besichtigung der Scholten-Mühle, deren Ventikanten-Flügel nach Bilau sich flink im Wind drehten. Einige Mühlenhelfer aus Elten waren angereist, um dem interessierten Publikum sachkundig Auskunft zur Funktion der Mühle zu geben. Es werden Helfer gesucht, die in Rees im Rahmen eines Förderkreises die gelegentliche Inbetriebnahme der Mühle unterstützen.
(► https://scholten-muehle.chayns.net/)

Wegen des auffrischenden Wetters war das Interesse an alternativem Besuch des Mühlenturms an der Rheinpromenade sehr gedämpft. Aber für eine insgesamt sehr gelungene Veranstaltung sagen wir der Familie Scholten und allen beteiligten Helfern herzlichen Dank. Für die Jahrestagung 2020 hat sich die Mühlenstadt Wegberg beworben.


Strahlende Gesichter: Reinhold Pillich,
Lothar Esser und Rudolf Büschges

Mühle aus Sicht eines alten Sackes,
der nach oben will


In der Lokalpresse ist ein Artikel von Michael Scholten erschienen unter

https://rp-online.de/nrw/staedte/emmerich/rees-muehlenverband-trifft-sich_aid-37350867


 

    Globalisierung des Mühlenwesens

  — Müllerhandwerk als UNESO-Kulturerbe
  — Europäische Mühlenstraße VIA MOLINA
  — TIMS-Symposium Berlin

Nachdem im Jahr 2017 die Niederländischen Freiwilligen Müller bereits die Anerkennung als Immaterielles Kulturgut der UNESCO erhalten haben (s. Artikel weiter unten), erhielten wir nun die Meldung, dass auch ein Antrag von „Die Müllergilde“ bei der Deutschen UNESCO-Kommission erfolgreich war. Die Müllergilde hat sich 2017 als Interessengemeinschaft für das traditionelle Müllerhandwerk gebildet. Mit bundesweit 50 aktiven Mühlen und Unterstützung verschiedener Mühlenverbände hat sie sich um die Anerkennung bemüht. Ende 2018 ist die  Handwerksmüllerei in Wind- und Wassermühlen in das ‘Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe’ eingetragen worden. In der Begründung der Kommission heißt es dazu:

,,Das Expertenkomitee würdigt die Handwerksmüllerei in Wind- oder Wassermühlen als wichtigen Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Müllerhandwerks. Die Maßnahmen zur Vermittlung des Handwerks und der damit verbundenen vor- und frühindustriellen mühlentechnischen Kenntnisse sowie Erfahrungswerte überzeugen. Sie sichern sowohl die Pflege als auch die Weitergabe des spezifischen handwerklichen Wissens und Könnens durch Unterstützung der Handwerksmüllerausbildung. Dieser Kulturpflegeansatz einer sehr engagierten Trägergemeinschaft überzeugt auch im Zusammenspiel mit seinen denkmalpflegerischen Aspekten."

Dazu ergeht auch von den Mühlenfreunden im Rheinland ein Glückwunsch an die engagierten Handwerksmüller, die unter https://www.muellergilde.de/ zu erreichen sind. 

Ein anderes Projekt macht bei der DGM Fortschritte. Nachdem bereits seit 2017 eine den ganzen Globus umspannende Datenbank über vorhandene und ehemalige Mühlenstandorte informiert, laufen seit einiger Zeit Kontakte mit Mühlenfreunden in Nachbarländern, um eine Europäische Kulturstraße der Mühlen zu schaffen. Gemeinsam mit Vertretern aus Dänemark und den Niederlanden wurde hierzu am 15. Dezember 2018 in Petershagen-Frille ein Verein gegründet mit dem Namen „VIA MOLINA – The European Mill Route“. Der Verein ist auf eine Beteiligung weiterer europäischer Länder ausgerichtet und strebt die Vernetzung seiner Mitgliedsmühlen in grenzüberschreitenden Mühlenstraßen an, die nach dem Vorbild bereits bestehender nationaler Mühlenstraßen den Bürgern Europas das gemeinsame Kultur-Erbe vermitteln und touristisch darbieten will.

Als Logo hat der Verein sich auf das bei der Niedersächsischen Mühlenstraße vorhandene geeinigt unter Änderung der Farbgestaltung. Wer in Zukunft ein solches blaues Schild antrifft, wandert dann also auf europäischem Kulturpfad. Detailliertere Ausführungen zu Gründung und Zielen des Vereins sind dem Artikel vom Gründungsmitglied Gundolf Scheweling in Heft 1/2019, S. 2-4 des Periodikums der DGM „Der Mühlstein“ nachzulesen.

Passend zur Überschrift veranstaltet die TIMS (The International Molinological Society) ihr alle vier Jahre stattfindendes Internationales Symposium dieses Jahr in Berlin. Auf der Tagung nur für Mitglieder tauschen Mühlenfachleute aus aller Welt eine Woche lang ihre Erfahrungen aus. Am 18.08.19 findet eine kostenlose öffentliche Vortragsveranstaltung für alle Mühlenfreunde in der URANIA statt. Weiter Informationen unter
www.molinology.org.





Liebe Mühlenfreunde!


Frohe Weihnachten und ein gutes und gesundes neues Jahr 2019


verbunden mit einem herzlichen Dankeschön für die Unterstützung und harmonische Zusammenarbeit und "Glück zu" sagen ganz herzlich für den gesamten Vorstand 

Reinhold Pillich            Lothar Esser
Vorsitzender                Geschäftsführer

 

 


  25 Jahre Rheinischer Mühlenverband  —  Jubiläumsfeier in der Donsbrüggener Mühle

Der Mühlenverband Rheinland blickt auf sein 25-jähriges Bestehen zurück und feierte das Jubiläum am Ort der Gründung in der Alten Mühle Donsbrüggen im Norden von Kleve. Am 15.09.2018 trafen sich Mitglieder und Ehrengäste zu einer Feierstunde im historischen Gemäuer von 1824. Der Ober­kreisdirektor des Landkreises Minden Lübbecke, Dr. Rolf Momburg, hatte bereits 1987 die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlener­haltung e.V. (DGM) gegründet. Da er aus Wesel stammte, wusste er auch um den Mühlenreichtum der Region Niederrhein und bedrängte intensiv seine rheinischen Kollegen, einen Landesverband innerhalb der DGM zu gründen. Rudolf Kersting, der damalige Oberkreisdirektor von Kleve, besuchte daraufhin zur Information die Donsbrüggener Mühle, wo sich seit 1982 ein Förderkreis sehr emsig um Renovierung und Erhalt der Achtkant-Windmühle bemüht. Überwältigt vom Andrang mit Reisebussen angereister Besucher, der ein großes öffentliches Interesse am Mühlenwesen dokumentierte, beschloss R. Kersting sofort, gemeinsam mit dem Mühlenforscher und Buchautor Dr. Hans Vogt einen Mühlen­verband zu gründen. Auf einer Versammlung in Donsbrüggen am 17.05.1993 wurde der Verein gegründet, ein Vorstand gewählt und die Satzung genehmigt, die das Ziel des Verbandes definiert, sich für die Erhaltung und Erforschung der durch Wind-, Wasser- und Pferdekraft bewegten Mühlen im Rheinland als Kulturzeugnisse und Wirtschaftseinrichtungen einzusetzen. Der zunächst auf das nördliche Rheinland beschränkte Verband wurde im Oktober 1993 unter dem Namen „Nieder­rheinischer Mühlenverein“ ins Vereinsregister eingetragen, 2001 aufgrund der Erweiterung bis in die Eifel und das Bergische Land umbenannt in „Rheinischer Mühlenverband“.

 

 



Vor der Donsbrüggener Mühle, von links:


Prof. Dr.-Ing. Johannes Weinig, stellvertr. Vorsitzender DGM

Dipl.-Ing. Erhard Jahn, Präsident der DGM

Lothar Esser, Geschäftsührer RMV

Bürgermeister a.D. Reinhold Pillich, Vorsitzender RMV

Landrat a.D. Rudolf Kersting, Ehrenvorsitzender RMV

In seiner Begrüßungsrede hob der Vorsitzende Reinhold Pillich besonders die Verdienste des Ehrenvorsitzenden Rudolf Kersting hervor, der nach der Gründung auch 16 Jahre lang die Geschicke des Verbandes als Vorsitzender leitete. Er dankte aber auch den Vorstandskollegen für meist langjährige Mitarbeit und vor allem den vielen ehrenamtlichen Müllern und Helfern, die in ihren örtlichen Förderkreisen für die Pflege, Erhaltung und Präsentation der Mühlenkultur aktiv sind, wie auch den privaten Mühlenbesitzern, die zur Vielfalt unserer Mühlenlandschaft beitragen. Er wies auch auf die Probleme der Zeit in der Verbandsarbeit hin, wie Datenschutz-Grundverordnung, Digitalisierung und besonders Nachwuchsprobleme.

Frau Ministerialdirigentin Anne Katrin Bohle, im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen zuständig für Stadtentwicklung und Denkmalpflege, dankte in ihrer Rede allen engagierten Mühlenfreunden für ihren Beitrag zur Erhaltung kulturellen Erbes und die Bereitstellung der Informationen für künftige Generationen. Sie wies auf den allgemein hohen Stellenwert und die Wichtigkeit ehrenamtlicher Tätigkeit in unserer Gesellschaft hin. Frau Bohle zeigte sich von dem Milieu und der Zunft der Mühlenfreunde sehr beeindruckt; es schien fast, als ob sie von dem oft beobachteten und erwähnten „Mühlenbazillus“ infiziert worden wäre, was auf zukünftig gute ministeriale Unterstützung hoffen lässt.

Ministerialdirigentin Anne Katrin Bohle überbringt Grüße aus dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die 1. Stellvertretende Landrätin des Kreises Kleve, Hubertina Croonenbroek, vertrat den Schirmherren Landrat Wolfgang Spreen

Die erste stellvertretende Landrätin des Kreises Kleve, Hubertina Croonenbroek, überbrachte die Grußworte des persönlich verhinderten Schirmherren Landrat Wolfgang Spreen. In ihrer Ansprache hob sie den nach wie vor hohen Wert der Mühlen für eine Region hervor. Während die wirtschaftliche Kraft der Mühlen früher in der Grundversorgung der Bevölkerung mit dem täglichen Brot lag, stellen sie heute einen sehr ernst zu nehmenden Faktor in der Touristikbranche dar. Der Kreis Kleve ist (nicht zu Unrecht) stolz auf seine vielen Mühlen und Vereine zu deren Erhaltung, denen die stellvertretende Landrätin ausdrücklich dankte.

Vorsitzender RMV Reinhold Pillich, Ehrenvorsitzender RMV Rudolf Kersting, Präsident DGM Erhard Jahn und Stellvertr. Vorsitzender DGM Prof. Johannes Weinig

Regionalvertreter Gründungs- und Ehrenmitglied RMV Josef Jörissen im Gespräch mit dem Stellvertr. Vorsitzenden DGM Gundolf Scheweling

Die längste Anfahrt hatten der Präsident der DGM, Dipl.-Ing. Erhard Jahn aus Sachsen-Anhalt, sein Stellvertreter Prof. Dr.-Ing. Johannes Weinig aus Minden sowie der weitere Stellvertreter und Schriftleiter der Zeitschrift „Der Mühlstein“, Dipl.-Kfm. Gundolf Scheweling aus Marienhafe in Ostfriesland auf sich genommen. Präsident E. Jahn überbrachte Grüße im Namen aller Mühlenfreunde in Deutschland und verwies auf die langjährig gute Zusammenarbeit zwischen der DGM und dem Rheinischen Mühlenverband. Er verwies auf die historische Entwicklung der Mühlentechnologie, die sich ausgehend vom Rheinland nach ganz Deutschland verbreitet hat und weiter nach Osteuropa. E. Jahn weiß, wovon er spricht, wenn er als langjährig erfahrener Denkmalkonservator die harte Arbeit betont, die zur Erhaltung historischer Mühlen erforderlich ist. Er kennt aber auch das beglückende Gefühl, das zahlreiche staunende Besucher dankbar vermitteln.

 Geschäftsführer RMV Lothar Esser, Frau Helma Nilgen, Ehemaliger Schatzmeister und Ehrenmitglied RMV Paul Rütter, Gründungsmitglied und Stellvertretende Geschäftsführerein Änne Drießen

Das beliebte Donsbrüggener Mühlenbrot ging weg, wie warme Semmeln
(Foto R. Hewig, alle anderen Fotos A. Meyer zu Düttingdorf)

In seiner Festrede gab Landrat a.D. Rudolf Kersting einen kurzen Abriss der Vereinsgeschichte mit Schwerpunkt auf der Gründerzeit. Er verwies aber auch auf die Ausstellung in der Mühle von Sanssouci in Potsdam von 1999 bis 2002, die den Rheinischen Mühlenverband überregional und über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Was ihn während seiner Zeit als Vorsitzender neben der Vielfalt der Mühlentechnik, der Kultur- und Sozialgeschichte immer wieder fasziniert hat, ist die verbindende Kraft, die der „Mühlenbazillus“ durch alle Bevölkerungsschichten schafft, in dem er Arbeiter und Professoren, Handwerker und Büroarbeiter, junge und alte in dem gemeinsamen Interesse für Mühlen und ihre Erhaltung vereint. Das besonders dürfte ein Glas Sekt zum Jubiläum wert sein, das neben Schmalz- und Wurstbroten sowie Kaffee zur Beköstigung bereitgestellt wurde.

Der Rheinische Mühlenverband dankt den geladenen Gästen für ihre Teilnahme und den fleißigen Helfern des Fördervereins Donsbrüggen für ihre professionelle Organisation, die selbstverständlich auch eine Mühlenführung und den Verkauf von frisch gebackenem Mühlenbrot bereitstellte.

Die Presse-Berichterstattung übernahm unser Mitglied M. Scholten:

►  https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/muehlenverband-feiert-25-geburtstag_aid-33250141

►  http://www.nno.de/zeitungsarchiv/2018/wo38/NNO38_MI_GE.pdf


 

  RMV-Vorstand tagt in der Tüschenbroicher Kornmühle

Im Rahmen seiner vierteljährlich stattfin­denden Arbeitssitzungen traf sich der Vorstand des Rheinischen Mühlen­verbandes am 29.August 2018 in der Tüschenbroicher Mühle in Wegberg. Der Eigentümer sowie Geschäftsführer der Restauration Jörg Krapoll ließ es sich nicht nehmen, die acht anwesenden Mühlen­freunde durch das in Renovierung befindliche zweigeschossige Mühlen­gebäude der ehemaligen Kornmühle zu führen und den Stand der tiefgreifenden denkmalgerechten Instandsetzungs­ar­beiten darzulegen.

 

Das im Quellgebiet der Schwalm liegende Schloss Tüschenbroich, dessen Ursprünge mindestens in das 12. Jh. reichen, verfügte über eine Kornmühle, eine ebenfalls erhaltene Ölmühle und drei Teiche, die allesamt ein weitläufiges, landschaftlich reizvolles und historisch bedeutsames Ensemble bilden. Die Kornmühle war bis 1940 in Betrieb, hatte aber bereits seit 1863 eine Nebeneinkunft durch die Konzession für eine Schankwirtschaft. Die erholsame Umgebung und das Angebot von Kahnpartien führten zu aufstrebender Entwicklung des Ausflugslokals, das letztlich den Mühlenbetrieb verdrängt und ersetzt hat. Umso erfreulicher ist es, dass bis heute das Mühlengebäude erhalten blieb und seit 2016 einer grundlegenden Sanierung unterzogen wird. Das ehemals verputzte Gebäude stammt nach dendrochronologischer Bestimmung aus dem Jahr 1644 (± 5 Jahre) und wies, besonders im Bereich des Mauersockels,  erhebliche Schäden der Fachwerkkonstruktion auf, die vermutlich schon seit dem 19. Jh. bestehen.

Mit finanzieller Hilfe beson­ders durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Stiftung Denkmal­schutz ist es gelungen, den Sockelbereich durch Ring-Betonierung zu sichern, das Fachwerk mit seinen Anker­balken und Schlosszapfen zu restaurieren, mit Lehmsteinen auszufachen und das Dach neu einzudecken. Inzwischen ist mit der vom Landschafts­verband Rheinland geför­derten Wiederherstellung des Gebäudeinneren zu musealer Nutzung begonnen worden. Da jedoch trotz erheblichem Eigenanteil weitere finanzielle Mittel fehlen, vergibt der Förderverein Tüschenbroicher Mühlenverein e.V. Patenschaften für insgesamt 134 Gefache der Außenwände gegen einen entsprechenden Obolus. Es bietet sich an, bei einem Ausflug zu einem Nachmittagskaffee oder gepflegten Menü vor Ort selbst seine Wahl zu treffen. Mehr als die Hälfte ist auf einem aufgestellten Plakat durch rotes Klebeband bereits als vergeben markiert!


Wenn das Gebäude fertig ist, soll auch das für die Schwalm-Region seltene ober­schlächtige Wasserrad erneuert und zur Strom­erzeugung genutzt werden. Die Tüschenbroicher Korn­mühle gewährt übrigens auch am Tag des offenen Denkmals Einblick in ihre innere Raumstruktur am 

Sonntag, 09.September 2018 von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr .



 

  Werkstattgespräch Wassermühlen 2018

Zu einem „Werkstattgespräch Wassermühlen“ laden auch in diesem Jahr Die EnergieAgentur NRW (Netzwerk Wasserkraft) und die "Mühlenregion Rheinland" des Landschaftsverbandes Rheinland sowie das Rheinischen Mühlen-Dokumentationszentrum e. V. ein. Die Veranstaltung ist dieses Jahr nur eintägig und findet am 25.09.2018 in Köln statt. Sie soll den fachlichen Gedankenaustausch unter „rheinischen“ Mühenbetreibern fördern. Die Teilnahme ist kostenlos, das Programm und weitere Details sind dem Flyer zu entnehmen.


►  Flyer Werkstattgespräch


 

  Jahrestagung 2018  der DGM in Rheine


Die Mühlenvereinigung Westfalen-Lippe e.V., unsere Nachbarin im Nordosten, war dieses Jahr Gastgeber für die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. (DGM), die vom 22. bis 24.06. in Rheine stattfand. Gleichzeitig feierte der westfälisch-lippische Verband sein 25-jähriges Jubiläum, was zu einer großartigen Gesamtgestaltung geführt hat. Die zweitgrößte Stadt des Münsterlandes empfing die Mühlenfreunde in der Stadthalle an der Ems, direkt gegenüber der ehemaligen Emsmühle, die 1754 von Clemens August I. von Bayern als Bischof von Münster am Emswehr neu errichtet wurde. Den Rheinländern ist der Bauherr vor allem als Erzbischof von Köln und Erbauer des Schlosses Augustusburg in Brühl bekannt. Die Mühle arbeitete bis 1965 und dient heute der Stromerzeugung.

 Emsmühle Rheine

Nach der Vorstandssitzung am Nachmittag begann abends die Auftaktveranstaltung im Saal der Stadthalle. Nach Eröffnungsrede und Grußworten entwickelte sich ein bunter Abend mit konzertanten Musik-Einlagen und fröhlichen Volksweisen des Hollicher Müllerchores. Das leibliche Wohl war durch ein üppiges regional geprägtes Buffet gesichert, wobei Geschäftsführer Willi Niemann besonders das Dessert aus in Rum eingelegten Pumpernickel-Bröseln empfahl. Von hoher Qualität war aber auch der Fachvortrag von Dr. Peter Theißen über die wenig bekannte Form der Hängemühle.

Salzsiedehaus in Bentlage

Die Mitgliederversammlung am Samstag fand im historischen Salzsiedehaus der ehemaligen Saline „Gottesgabe“ im Ortsteil Bentlage statt. In den Pausen bestand Gelegenheit, die bis 1922 in Betrieb befindlichen Siedepfannen sowie das Gradierwerk zu besichtigen. Neben der Abwicklung der Formalien stand die Verleihung des DGM-Preises 2018 aus der „Anneliese-Schücking-Stiftung“ an, die dem Pfarrer i. R. [?] Horst Fichtmüller für seinen unermüdlichen Einsatz zuteilwurde. Die 500 Euro Preisgeld kommen dem Verein zur Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Kultur e.V. zugute, der seit einigen Jahren den Wiederaufbau des Achtkant-Erdholländers in Greiffenberg (Angermünde) betreibt.

Einen umfangreichen Überblick über „Mühlen im Münsterland“ vermittelte der Fachvortrag von Dr. Andreas Eiynck. Zum brandaktuellen Thema „Datenschutzgrundverordnung“ gab es Informationen von Frau Silke Brammeyer, Datenschutzbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke, und Herrn Frank Breitenfeld vom Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke, die jedoch nicht alle Fragen beantworten konnten. Vor allem kann die DGM kein allgemeingültiges Muster für die Homepage-Gestaltung geben, da die Struktur der einzelnen Mitgliedsvereine sehr unterschiedlich ist, und auch keine klaren Ausführungsbestimmungen zur DSGVO vorliegen. Zur DGM-Jahrestagung 2019 hat der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern e. V. nach Demmin eingeladen, die Tagung 2020 wird in Bayern stattfinden.

Von den drei angebotenen Exkursionen am Samstagnachmittag führte Exkursion 1 unter Leitung von Dipl.-Ing. Norbert Liedmeyer zunächst zu Reinings Mühle in Hörstel, die 2004 saniert und vom Heimatverein Dreierwalde zu einer kulturellen Begegnungsstätte ausgebaut wurde. Die 1720 erstmals erwähnte Mühle generiert seit 1930 Strom über Treibriemen von der Turbine. Ein wahres Kleinod ist die für das Münsterland typische Doppelmühle Overmeyer in Hopsten-Halverde. Während die Getreidemühle 1928 erweitert wurde und über Turbine und Steingänge von 1910 verfügt, präsentiert sich die ebenfalls voll funktionsfähige Ölmühle im weitgehend originalen Zustand von vor 300 Jahren. Auf großes Interesse stieß daher die Vorführung des Ölschlags mit Kollergang und Stampfe, angetrieben vom unterschlächtigen Wasserrad.

Reinings Mühle

Kollergang in Halverde

Klostermühle Gravenhorst

Hollicher Mühle

Die Klostermühle Gravenhorst von 1651 präsentiert eine funktionsfähige Mühlentechnik von ca. 1955, das benachbarte Zisterzienserinnen-Kloster moderne Kunst. Die 1296 gegründete Abtei ist heute ein multikulturelles Kunsthaus, besonders für Ausstellungen regionaler Künstler, mit integriertem Café (hervorragender Stachelbeer-Kuchen). Die gotische Kirche wird noch als Pfarrkirche genutzt. Den Abschluss der Exkursion bildete der Achtkant-Gallerie-Holländer Hollicher Mühle, wo die sangesfreudigen altehrwürdigen Vereins­mitglieder für die Kornversorgung zuständig sind.

Im nahe gelegenen Denkmalpflege-Werkhof, wo tagsüber Langzeitarbeitslose historische Baustoffe sammeln und aufarbeiten, fand die Abschlussveranstaltung der Tagung statt. Ein reichhaltiges Buffet, frischgezapftes Bier, Wein und natürlich Korn sorgten für das leibliche Wohl der Mühlenfreunde, die sowohl durch flotte Musik der Hollicher Blaskapelle als auch den hervorragenden Service der Hollicher Mühlenfreunde zusätzlich aufgeheitert wurden. Dass außerdem auch die Gelegenheit bestand, das einzige siegreiche Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballl-WM auf einem großen Bildschirm zu verfolgen, unterstreicht die insgesamt hervorragende Organisation der gesamten Tagungs-Veranstaltung. Ein großes Kompliment und herzliche Gratulation an den Westfälisch-Lippischen Landesverband, besonderer Dank gilt den unermüdlichen Helfern von der Hollicher Mühle.

 

  Deutscher Mühlentag 2018  – Anlass zu einem Pfingstausflug

 

Wie jedes Jahr fand am Pfingstmontag wieder der von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. (DGM) ins Leben gerufene Deutsche Mühlentag statt, dieses Jahr zum 25. Mal. Bundesweit nahmen fast Tausend historische Mühlen teil, die meist von Privatleuten oder ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern liebevoll gepflegt werden, um die Zeugen einer jahrhundertealten Technikkultur der Nachwelt zu erhalten.

Auch im Rheinland hat das wunderbare Wetter so manchen Mühlenfreund oder interes­sierten Laien vom Sofa geholt und zu einem Pfingstausflug am Montag, dem 21.05. animiert. Immerhin hatten auch in der Region des Rheinischen Mühlenverbandes 58 Teilnehmer die Tore geöffnet, um einem zahlreich anrückenden Publikum die faszinierende Technik ihrer Mühle zu präsentieren.

Während im nördlichen Rheinland die Windmühlen überwiegen, trifft man im wasserreichen Bergischen Land vor allem auf Wassermühlen, die aber nicht nur zum lebenswichtigen Mahlen des Getreides eingesetzt wurden, sondern zu vielfältigen Anwendungen, wie dem Ölpressen, zur Papierherstellung, als Hammerschmiede und vielem mehr. Bis zur Erfindung der Dampfmaschine waren Wind und Wasser die einzigen technischen Energie-Quellen.

Lambertsmühle, Burscheid

Die mitten im Wald gelegene Lambertsmühle bei Burscheid versorgte über 3 ½ Jahrhunderte die umliegenden Dörfer mit Mehl und Brot. Hier wurde Pfingsten neben der Steinmahl-Technik auch altes Handwerk in einer Schmiede und Schusterwerkstatt präsentiert. Die fleißigen Helfer des Fördervereins waren vom Besucher­andrang überwältigt.

Auch im Restaurant Neuemühle bei Wermels­kirchen freute man sich besonders zur Mittags­zeit über zahlreiche Gäste, die nicht nur den Imbiss im Biergarten genießen konnten, sondern auch das erhaltene Wasserrad und Mühlengetriebe bewundern durften. Deutlich schlechter steht es um die Mühle in Odenthal-Stein, die sich nach Privatisierung einer mühlentechnischen Restaurierung entzieht. Ein lohnenswertes Ziel ist aber nach wie vor das Modellmuseum von Günter Blömer nebenan mit zahlreichen Mühlenmodellen.

 

Neuemühle

Steiner Wind- und Wassermuseum

Ein Beispiel anderer technischer Nutzung begegnet uns in der Spinnerei Braun & Brudes in Leichlingen, wo seit dem 14. Jh. wechselnd Harnische poliert, Griffschalen für Messer geschnitten wurden, eine Drahtzieherei und ab 1855 eine Wollspinnerei betrieben wurden. Von der Mühlentechnik sind nur wasserbauliche Einrichtungen erhalten, der Ort lädt zu Natur-und Kunstgenuss ein.

Auch für den Standort der Reuschenberger Mühle in Leverkusen, einem klassizistischen Klinkerbau von 1847, sind seit dem 15. Jh. Funktionen als Mahl- und Ölmühle, als Lohmühle und später noch als Holzschleiferei zur Papierherstellung überliefert. Seit 1930 dient die ehemalige Industriemühle der Stromerzeugung, und das tut sie noch heute, denn ein privater Besitzer betreibt mit dem Wasser der Wupper ein Kraftwerk mit zwei Kaplan-Turbinen. Erfreulich ist, dass er der Stadtgeschichtlichen Vereinigung Leverkusen Zutritt gewährt, unter deren sachkundiger und engagierter Führung auch Besucher am Mühlentag die historische Anlage mit moderner Technik erkunden dürfen.

Spinnerei Braun & Brudes

Reuschenberger Mühle, und was sie

früher in Schwung hielt.


Dass sich auch für kleine Anlagen heute wieder der Bau eines Wasserrades lohnen kann, belegt die Staelsmühle an der Kleinen Dhünn in Wermelskirchen. Am historischen Mühlengebäude ließ der Besitzer vor 6 Jahren ein neues eisernes Wasserrad mit gut 5 m Durchmesser einbauen, das auf der Innenseite des Gebäudes in einem kompakten Getriebekasten mit Generator Gleichstrom erzeugt, der gleich an Ort und Stelle in Drehstrom umgewandelt wird – seit Entwicklung der Photovoltaik ist die Transformator-Technik kostenmäßig akzeptabel. Die Romantik des Bachtales ist um dieses Objekt bereichert, und klappern tut hier höchstens einmal das Eis im Winter.

Soweit ein kleiner Ausflug in die so vielfältige Mühlenland­schaft des Rheinlandes, an einem Mühlentag.

Erstaunlich kompakt —
Technik der Staelsmühle


 


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   2018  Heimat NRW – Nilgens 25 Jahre in NRW-Stiftung

  2018  RMV-Jahresversammlung in issum

  2018  Stiftung Historische Mühlen

  2017  Zum Jahresende 17

  2017  Freudenschere für Weltkulturerbe

  2017  Mühlenkalender 2018

   2017  Rheinlandtaler Josef Jörissen

  2017  Jungmüller sucht Unterstüzung

  2017  Mühlenerhaltung - Vortrag Axel Meyer

  2017  Werkstattgespräch Wassermühlen

  2017  Jahrestagung RMV in Hamminkeln-Dingden

►   2017  Jahreshauptversammlung

  2017  Bericht aus dem DGM-Vorstand

  2017  RMV sucht neue Räume

  2016  Zum Jahresende 16

  2016 Trauungen Eltener Mühle

  2016 Mühlenthema Dülkener Schule

  2016  Bundestagsabgeordneter beim RMV

 2016  Mühlentag im Rheinland

  2016  Scholten-Mühle online

  2016  Segeltuch-Verkauf Vehlingen

  2015  Mühlenhandwerk Niederlande UNESCO-Antrag

  2015  Kalkarer Mühle in Kasachstan

►  2015  DGM-Jahrestagung Wegberg

►   2015  Nachruf Dr. Hans Vogt

  2015  Mühlenbroschüre Wegberg - Leudal

    2014  Neue Windmüller in Kalkar

     2013  Mühlenausstellung in Wegberg

    2013  Mühlenausstellung in Wildenrath

    2012  Neuauflage "Kleine Mühlenkunde"

    2012  Floriade in Venlo